Fischreiher an der Saône

Fischreiher (Ardea cinerea) waren letztes Jahr stetige Begleiter während unserer Hausboot-Tour die Saône entlang.
Wie Polizei-Patrouillen stehen sie auf vorspringenden Ästen der dichten Ufer-Vegetation und beobachten das Treiben auf dem Fluss. So kommt es einem zumindest vor.

Laut unserem Reiseführer soll es in dem Altarm der Saône, der nach Soing führt, eine Brutkolonie geben, die vom Boot aus zu sehen wäre. Da wollen wir natürlich hin.

Wir können aber nichts finden - noch nicht mal etwas hören, denn Reiher-Kolonien sind bekannt dafür, dass das Brutgeschäft nicht eben leise abgewickelt wird. Entweder verstecken sie sich wirklich gut, wir sind zu spät dran, die Kolonie wurde aufgegeben - oder unser Reiseführer hat unrecht.

Nun denn - wir erfreuen uns auch so an den bis zu 80 cm hohen Schreitvögeln.
Seht ihr den Plitsch unten links an der Boje - da hat sich wohl ein Fisch vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. Die rote Boje diente dem Reiher hier allerdings nur als Zwischenstopp.

Der hier ist schon eher auf Fischfang aus. Im seichten Gewässer steht er still und stumm und wartet. Als Ansitzjäger ist er Meister im unbeweglich da stehen.
 
Aber gut lesen kann er wohl nicht:
"Geschützt - Fischen verboten gleich nach der Markierung" steht da frei übersetzt. ;-)

Auch wenn es der Name Fischreiher impliziert: Er mag nicht nur Fisch. Auf den Weiden begleitet er die Kühe in der Hoffnung, dass sie ihm das Aufscheuchen von Fröschen, aber auch Mäusen und Insekten abnehmen.
Im Mittelalter war die Jagd auf Graureiher das Privileg des Adels. Sie galten als edle Beute bei der Beizjagd mit Falken; auch soll ihr Brustfleisch ausgesprochen schmackhaft sein. Deshalb waren sie selbst und ihre Kolonien durch strenge Gesetze geschützt.
Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde er als Fischschädling verfolgt. Inzwischen ist die Jagd in Deutschland auf den Graureiher je nach Bundesland stark eingeschränkt bzw. ganz verboten, und die Bestände des Phönix konnten sich erholen.

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