Schweinsbraten - das Original

Für mich gibt es kaum etwas, was mehr nach zu Hause riecht als Bratenduft, oder um es zu präzisieren - Schweinsbraten-Duft. Vermutlich wurde ich schon als Kleinkind darauf geprägt, wenn ich es nicht gar schon mit der Muttermilch aufgesogen habe. Schweinsbraten-Duft aus dem Backrohr ist das Versprechen für Geborgenheit, Heimat und... KRUSTERL!

Das Krusterl ist die Schweineschwarte, die auf dem Braten kross und plusterig brät. Das begehrteste Stück am ganzen Braten, bei dem jeder am Tisch wia a Haftlmacher aufpasste, dass es auch ja gerecht verteilt wurde. Nicht, dass ich meinem Schwesterherz ihr Stück nicht gönnte, aber ... ;-)
Natürlich brate ich einen Schweinsbraten auch heute noch so, wie ich es daheim gelernt hab. Leider kann ich dabei nicht mit irgendwelchen geheimnisvollen Tipps und Tricks aufwarten. Denn es ist ein absolut schlichtes, gelingsicheres Rezept - bodenständig und schnörkellos, so wie Regional-Küche nunmal meist ist. Aber wahrscheinlich liegt genau darin das Geheimnis:

  Schweinsbraten

1,2 kg Schweinebraten
- a.d. Schlegel oder Schulter; aber auf alle Fälle mit Schwarte -
Salz & Pfeffer 
Kümmel
2-4 Gewürz-Nelken
Suppengrün 
1-2 Scheiben altbackenes Brot 

Sofern das nicht schon der Metzger gemacht hat, die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden. Fleisch kräftig salzen, pfeffern und mit Kümmel würzen, die Nelken in die Schwarte stecken. Den Braten in die Saftpfanne oder eine Reine setzen. Im vorgeheizten Backofen bei hoher Hitze - ca. 220°C - 1/2 Std. anbraten. 
Dann auf mittlere Hitze - so 180°C - herunterdrehen. Suppengrün in grobe Stücke geschnitten zugeben. Weitere 1 1/2 Std. braten. 

In der letzten 1/2 Std. mehrmals mit Wasser aufgießen und das Brot zugeben. Dann den Braten herausnehmen, mit Alufolie abdecken und ca. 10 Min. ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Sauce abgießen, nochmal kurz aufkochen, nachwürzen und ggf. entfetten.
Bei uns wir die Sauce klassischerweise nicht angedickt. ;-)

Das Fleisch in Scheiben schneiden, evtl. die Krustenschwarte vorab herunterschneiden; das Krusterl gerecht verteilen und das Fleisch mit Sauce und Kartoffelknödel servieren. Letztere sind nicht fakultativ, die sind obligat! *zwinker*
Für 4 Portionen

Kleiner als 1 kg sollte der Braten grundsätzlich nicht sein, sonst wird das Fleisch gerne trocken. Trotzdem rentiert es sich auch für zwei Personen, diese Menge zuzubereiten, denn auch kalt mit einer schönen Sauce Tartare schmeckt so ein Schweinsbraten wunderbar.

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