Beehmische Kneedl

Auch wenn ich in meinem Beitrag Knödel-rei-duliö die bayerische Knödel-Vielfalt hoch halte, so ist der Knödel per se keine ausschließlich bayerische Erfindung und Tradition. Da lohnt es sich durchaus, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Die Knödelspur reicht von Schlesien und Böhmen über die Türkei und den Nahen Osten bis nach China.

Bis ins Reich der aufgehenden Sonne bin ich aber nicht gekommen. Ich bin schon in Böhmen über diesen Semmelknödel aus Hefeteig gestolpert. Den kann ich Euch nicht vorenthalten, auch wenn er gar nicht die typische runde Form hat, die ein Knödel doch eigentlich haben sollte. Der wird als dicke Rolle gegart und dann in Scheiben geschnitten - und diese Scheiben saugen sich so ganz und gar wunderbar mit Sauce voll. *sabber-lecker* Da geht kein Tröpfchen verloren. ;-)
 Das Rezept des Monats
Böhmische Semmelknödel

500 g Mehl
 - am besten doppelgriffiges -
15 g Hefe
10 g Salz
300 ml Milch
1 Ei
2 Semmeln
- altbackene -

Die Semmeln in ca. 1x1 cm kleine Würfel schneiden.
Aus Mehl, Hefe, Salz, Milch und Ei einen geschmeidigen Hefeteig herstellen. Das geht in der Ankersum wunderbar, geht aber natürlich auch von Hand. Wenn der Hefeteig gut durchgearbeitet ist, die Semmel-Würferl gut einkneten. 

Den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Std. gehen lassen. 30-35° C wären die optimale Temperatur. Das kann man ganz gut im Backofen hinbekommen, wenn man ihn ganz niedrig einstellt; oft reicht es schon, nur die Beleuchtung anzuschalten. Die gibt genug Wärme.

Wenn der Teig etwas aufgegangen ist, einen großen Topf mit reichlich, leicht gesalzenes Wasser aufsetzen. In der Zwischenzeit 3 längliche Knödel - ca. 10 - 15 cm lang, 5 cm dick - aus dem Teig formen. 

Wenn das Wasser kocht und 2 Stück der Knödel hineingeben - nicht mehr, denn die Knödel gehen noch ziemlich auf. Wenn man mehr im Topf gibt, haben sie nach der halben Kochzeit keinen Platz mehr.
Die Temperatur zurückstellen, das Wasser soll nur leicht simmern. Die Knödel 25 Min. garziehen lassen, zwischendurch einige Male im Wasser wenden. 

Die Knödel aus dem Wasser herausnehmen und gleich mit einer Fleischgabel 2-3-mal einstechen, damit der Dampf entweichen kann und die Knödel nicht zusammenfallen.
Zum Servieren den Knödel in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Und am besten zu einem Gericht mit reichlich Sauce servieren, wie das Brauer-Gulasch.

Dass das Rezept für 4-6 Portionen reicht, stört uns nicht. Die Reste schmecken wunderbar in Butter abgeröstet - herzhaft mit Zwiebelchen und Speck, mit verklepperten Eiern oder süß mit Zimt und Zucker. :-P

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