Holzrücken mit 2 PS

Arbeiten mit Tieren war und ist eine große Herausforderung - auch für den Menschen. Jahrhunderte lang war das Holzrücken mit Pferden die einzige Möglichkeit, größere Stämme aus dem Wald heraus zu bekommen. Mit der Einführung der Traktoren und Seilwinden ging diese Arbeitsweise fast ganz verloren. In letzter Zeit kann man aber wieder vermehrt Pferde im Wald bei der Arbeit antreffen. Hier ein Beispiel aus dem östlichen Kanada. Da die Stämme in diesem Fall z.T. schon sehr dick und entsprechend schwer sind, kommen hier zwei Kaltblüter im Gespann zum Einsatz.

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Mit viel Kraft, Geschick und gegenseitigem Vertrauen können Mensch und Tier gemeinsam auch schwierige Aufgaben meistern.
Aber fangen wir von vorne an. Die vom Förster markierten Bäume werden gefällt und in transportfähige Stücke bzw. Sortimente geschnitten. Der Transport der Stämme bzw. Abschnitte aus dem Bestand an den nächsten Weg wird Vorliefern genannt. Dazu eignen sich Pferde hervorragend, denn sie sind sehr wendig und hinterlassen deutlich weniger sichtbare Spuren als ein schwerer Rückeschlepper.
Ein Rückepferd muss unbedingt auch rückwärtsgehen können. Sonst wäre es genauso unbrauchbar, wie ein Traktor ohne Rückwärtsgang. Denn nicht immer kommt man seitlich an den Bäumen vorbei. Die Ketten werden unter dem Stamm durch geschoben und am Geschirr der Pferde befestigt. Sowohl der Gespannführer als auch die Pferde müssen zum Teil durch dichtestes Gestrüpp und Dornen.
Dann geht es los - volle Kraft voraus. Denn am schwierigsten ist es für die Pferde, den Anfangswiderstand beim Anziehen zu überwinden.
Am Weg angekommen müssen die Stämme so abgelegt werden, dass der LKW oder Tragschlepper gut vorbeikommt. Wenn verschiedene Holzarten, Sortimente oder Längen anfallen, sollten diese auch getrennt abgelegt werden, da diese eventuell auch getrennt abgeholt werden.
Eine befriedgende Arbeit, auch wenn es für Mensch und Tier schwere körperliche Arbeit bleibt.

Kommentare

  1. Das ist wirklich sehr schwere und vor allem gefährliche Arbeit. Aus diesem Grund können Rückepferde auch nur wenige Stunden am Tag eingesetzt werden. Für den Pferdeführer lauern die Gefahren durch die Begleitung des Holzes beim Rückevorgang, aber auch durch Totholz, dessen Nachweis in zunehmendem Maße von den Naturschützern gefordert wird. "Stand der Technik" war das vor mehr als 50 Jahren! Heute gehört dieses Verfahren in die Nostalgiekiste und wird wegen der Gefahren für Mensch und Tier auch von den Berufsgenossenschaften in Frage gestellt.

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    1. Hallo Herbert. Danke für deinen Kommentar. Natürlich hast du Recht, dass es eine gefährliche Arbeit ist und auch auf großer Fläche nicht mehr zeitgemäß. Ich denke, es wird aber immer Spezialaufgaben gebe, bei denen der Einsatz von Pferden Sinn macht. Es ging mir auch darum, die "Zusammenarbeit" von Mensch und Tier aufzuzeigen. Und man muss schon eine Menge Enthusiasmus mitbringen, um so etwas zu seinem Beruf zu machen.

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