Kröten bringen Glück!

Das sagt der Volksglaube. Denn an ihnen soll das Glück kleben! Und Schnecken und anderes Getier vertilgen sie auch noch. Wohl dem also, der Erdkröten (Bufo bufo) in oder an seinem Haus beherbergt. Wir gehören zu den Glücklichen. Jetzt führen Erdkröten eher ein verborgenes, nächtliches Leben - aber hin und wieder erfreuen sie uns mit ihrem Anblick. Auch wenn man über Schönheit streiten kann.
Die erste Begegnung in unserem Garten hatte im ersten Jahr nach unserem Einzug unser Hündchen. Beim Morgengang in die Wiese saß eine ihrer Gattung fett und bräsig auf Terrasse und unser Hündchen war schon drauf und dran, den Geschmackstest zu machen. Was der Herr Krautgärtner im letzten Moment verhindern konnte: "Nicht NoAn! Nicht reinbeißen! Bufo bufo schmeckt nicht!" Das tut so eine Kröte tatsächlich nicht, besitzt sie doch reichlich Drüsen mit übelschmeckenden Säften, die sie bei Gefahr nicht scheut, abzusondern. Ich lag zu diesem Zeitpunkt noch gemütlich im Bettchen, hörte nur die Mahnung von der Terrasse und war verwirrt. "Wieso haben wir einen Uhu im Garten sitzen?" rief ich durch's offene Fenster nach unten. "Nicht Bubo bubo", schallte es von unten nach oben, "Bufo bufo!" "Ach so - ne Kröte!" Da war ich dann doch beruhigt.

Seitdem überrascht sie uns immer wieder unvorhergesehen mit ihrer Erscheinung. Hüpfte sie das eine Mal - während wir bei offener Terrassentür fernsahen - entspannt durch unser Wohnzimmer und wäre um ein Haar unter dem schweren Schrank verschwunden, hätte der Herr Krautgärtner nicht beherzt eingegriffen, so blieb sich das andere mal ebenso relaxt sitzen, als ich auf der Terrasse beim nächtlichen Gießen fast auf sie trat. Dache ich im ersten Moment doch, dass ich den glibbschigen Gartenschlauch unter meiner Sohle spürte.
 
Dieser Tage konnten wir uns davon überzeugen, dass so eine Erdkröte ein gar nicht so unbegabter Kletterer ist. So reichte ihr die Rauhheit der Rinde, um auf unsere Pilzstämme zu kraxeln. Um von dort unsere Steinmauer zu erklimmen - die übrigens inzwischen wunderbar eingewachsen ist - und in der Kühle des Efeus zu verschwinden.
Ob es immer wieder die gleiche Kröte ist, können wir jetzt so nicht sagen. Möglich ist es durchaus, denn Erdkröten können bis zu 10 Jahre alt werden. Nun denn, liebe Bufo bufo, wir hoffen sehr, dass du uns mit deiner Anwesenheit geneigt bleibst. Denn Glück kann man ja immer brauchen. Und jemanden der Schnecken vertilgt sowieso. ;-)

Kommentare