Löwenzahn-Wein

Jedes Jahr denke ich mir: Aus dem Löwenzahnblütenmeer neben unserem Sonnenacker müsste man doch auch was brauchbares bzw. schmackhaftes machen können. Und dann fiel mir ein schon etwas älteres Buch aus dem BLV-Verlag in die Hände, dass die Frau Krautgärtnerin mit in die Ehe brachte: Essbare Blüten. Dort ist auch ein Rezept für einen Löwenzahnwein drin. Man braucht etwas Geduld, denn der Wein wird traditionell erst an Weihnachten verkostet. Aber es lohnt sich, denn das Ergebnis ist ein weicher Dessertwein, der ein bisschen an Sherry erinnert.
Also merkt euch den 23. April vor. Das ist der Tag des Hl. Georg und da werden die Blüten traditionell gesammelt. Aber wichtiger als das genaue Datum ist es, voll geöffnete Blüten, am besten an einem sonnigen Tag, zu ernten. ;-)

Das Rezept des Monats
Löwenzahn-Wein

3,5 l Löwenzahnblüten
(ganze Köpfe)
4,5 l kochendes Wasser
1 Zitrone
1 Orange
1,4 kg  Zucker
1 Teelöffel Weinhefe
1 Teelöffel Hefenährsalz
eine Hand voll Cranberries und Rosinen
Die Blütenköpfe weitgehend von den grünen Teilen befreien (bei der Menge braucht es da schon seine Zeit und gibt mächtig gelbe Finger :-). In einem Kunststoff- oder Porzellangefäß mit dem kochenden Wasser übergießen und abgedeckt drei Tage lang ziehen lassen (riecht "interessant").

Danach das Ganze in einen großen Topf geben. Die Orange und die Zitrone dünn schälen und die Schale hinzugeben. Das Fruchtfleisch, die Rosinen, Cranberries und den Zucker hinzugeben und das ganze aufkochen lassen.
Das ganze in ein Gefäß mit Gärspunt geben. Bei mir ist das der Eimer zum Bierbrauen :-) Abkühlen lassen, weil sonst die Hefe verbrüht!!!!

Hefe und Nährsalz hinzugeben und 1,5 Wochen gären lassen.
Danach die Maische abgießen und filtern und zur weiternen Reife in einen Ballon mit Gärspunt dunkel und kühl wegstellen. Der Federweiße war schon mal ganz lecker!

Nach einem Monat den Wein mit einem Weinheber in Flaschen füllen, verkorken und bis Dezember reifen lassen. Den Bodensatz und die abgestorbene Hefe wegschütten. 
 
Und jetzt heißt es warten. An Weihnachten ist Anstich.

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