Gemüsekiste mal anders

Bevor wir auf unserem Sonnenacker gemüsetechnisch ziemliche Selbstversorger wurden, hatten wir einige Jahre eine Ökokiste. D.h. von einem Biohof drei Orte weiter wurden wir einmal in der Woche mit frischem Gemüse und Obst beliefert - manchmal als Überraschungskiste, öfter jedoch habe ich vorab online die Ökokiste auf unseren Speiseplan abgestimmt. Immer Montag-Abend stand das Gemüse dann in einer solchen grünen Kiste vor unserer Haustür.
Wie gesagt - seit wir den Acker haben, kaufen wir nicht mehr viel zu. Selbst im Winter lohnt sich die Mindestabnahme-Menge für die Ökokiste kaum. Aber auch für Selbstversorger sind diese Kisten sehr praktisch. Sie sind zum Beispiel ganz wunderbar geeignet, um Kartoffeln und Zwiebeln darin zu lagern.

Jetzt im Sommer sind sie bisschen arbeitslos - sozusagen. Oder doch nicht? In verschiedenen Garten-Zeitschriften und -Blogs, insbesondere zum Thema Urban Gardening, habe ich eine gute Verwendungsmöglichkeit für diese Kisten gesehen: Gärtnern in der Kiste!
Gar keine doofe Idee! Eigentlich haben wir ja im Garten selbst kaum noch Gemüse, weil die Schnecken alles platt machen. Aber die Kisten kann ich so stellen, dass sie nicht in den Schnecken-Hochburgen stehen.

Das muss ich doch gleich mal ausprobieren: Kisten mit Vlies auskleiden, damit die Erde nicht rausfällt. Dann mit Erde auffüllen. Wir haben torffreie Bio-Erde verwendet. Normale Gartenerde sackt zu sehr zusammen, so dass Luft- und Wasserführung nicht mehr funktionieren. Bei unserem lehmigen Boden gilt das gleich doppelt. Da machen wir mal keine Experimente!
Fertig aufgefüllt durften gleich die ersten Samen in die Erde, und jetzt stehen hier gut angegossen in Kisten:

* Radieschen 'Cherry Belle'
* Salatrauke
* Batavia-Salat ''Maravilla de Verano'

Ich hoffe sehr, dass das gut funktioniert. Weil dann bekommen wir womöglich unser "Wintergemüse-Loch" gestopft, denn über den Winter geben wir den Acker ja immer wieder ab. Und damit fällt der Anbau von Feldsalat, Rosenkohl und Konsorten auf dem Acker flach. Aber jetzt steht eh erstmal die Sommersaison an - nächsten Samstag ist Sonnenacker-Übergabe :-)

Kommentare

  1. Ich drücke Euch die Daumen für die Ackerübergabe, dass Ihr einen guten Bifang (so heißt das doch?) erwischt.
    Als Zwischenlösung für meinen zu werdenden Bauerngarten hatte ich mir auch die Kistenbepflanzung überlegt. Flexibel was Standplatz und Menge betrifft. Insofern auch ganz gut geeignet um evtl. die Lage künftiger Beete etwas auszuloten. Es mangelt bisher nur an Bezugsmöglichkeiten für günstige Kisten denn ich würde deutlich mehr als 3 brauchen :-(
    Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau experimentiert seit 2013 mit solchen Kistengärten und das klingt alles sehr vielversprechend. Eine Zusammenfassung gibt es hier: http://bit.ly/1qnX3KI.
    Vielleicht schaffe ich es ja eines Tages, einen Ausflug gen Norden zu machen und mir die Schaugärten incl. Kistengarten anzuschauen.
    Herzliche Grüße, Angela

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    1. Huhu Angela,
      mehr Kisten könnt ich auch brauchen. Aber ich probier's jetzt einfach mal mit diesen dreien hier aus. Lieben Dank für den Link, werd da gleich mal gucken. Im Moment hab ich so das Gefühl, dass diese Kistengärten mich überall anspringen *lach*
      Lieben Gruß
      Sylvia,
      die schon gespannt ist, welche Parzelle uns das Losglück bringt ;-)

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