Niederbayerische Schupfnudeln

Den Begriff Schupfnudeln kannte ich in meiner Kindheit nicht. Ich glaub, als ich Kind war, kannte man Schupfnudeln überhaupt nur im Schwabenländle. Denn damals gab es sie noch nicht als  Convenience-Produkt in der Kühltheke, überhaupt gab es noch kaum Convenience-Krusch. Da wurden solche Sachen noch frisch zubereitet. Und deshalb gab es bei uns selbergemachte Fingernudeln. Die waren jedoch offensichtlich auch nicht bayernweit bekannt. Zumindest haben mich meine Freundinnen immer angeschaut wie ein Auto, wenn's blitzt, wenn ich von Fingernudeln erzählt hab. :-o
Fingernudeln und Schupfnudeln werden heutzutage oft als identisch angesehen. Das stimmt aber  nicht. Fingernudeln werden zwar auch aus Kartoffelteig hergestellt, aber der Kartoffelteig für die Fingernudeln ist ohne Ei; und die Nudeln werden sofort gebraten und nicht erst in Wasser vorgegart. So ist das zumindest bei den Niederbayerischen Fingernudeln, wie sie schon meine Urgroßmutter  zubereitet hat.

Fingernudeln

800 g Pellkartoffeln
- frisch oder vom Vortag,
meine Mutter hat meist vorwiegend festkochende genommen -
Mehl
Salz
Butterschmalz

Pellkartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die gepressten Kartoffeln kräftig salzen und mit soviel Mehl verkneten, dass sich ein Kartoffelteig ergibt, der fast nicht mehr klebt.

Den Teig zu einer 5-Mark-Stück dicken Rolle formen - ja, so hab ich das von meiner Mutter gelernt. Ein 5-Mark-Stück hatte eine Durchmesser von knapp 2,5 cm - hab ich eben schnell gegoogelt... ;-) Von dieser Rolle Scheiben abschneiden und zu fingerdicken und fingerlangen Rollen formen.
Die Fingernudeln im heißen Butterschmalz von allen Seiten goldbraun ausbraten. Ich bin allerdings meist faul, und verwende gleich die runtergeschnittenen Scheiben und brate sie als Taler aus. ;-)

Das Rezept reicht für 4 Portionen.
Klassischerweise gibt es Fingernudeln zu Sauerkraut.
 So sehen Fingernudeln aus, wenn man nicht faul zum Wuzeln war. ;-)

Wenn wir Kinder Glück hatten, gab es Schweinsbratwürstl dazu; bei weniger Glück gab es Blut- und Leberwürscht (obwohl mir die inzwischen auch schmecken). Und - ganz wichtig! - wir Kinder haben sie immer mit Erdbeer-Marmelade gegessen. Ja... zu Sauerkraut und Würsten. Aber psst... das hat meine Mutter niemandem erzählt. *lach*

Kommentare

  1. Sieht lecker aus und hört sich auch lecker an, danke für das Rezept! Was macht man denn, wenn man keine Kartoffelpresse hat?
    Liebe Grüße
    Jorin

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    1. Guten Morgen :-)
      Du kannst die gekochten Kartoffeln auch reiben. Oder evtl. mit dem Kartoffelstampfer fein zerdrücken. Ich bin gespannt, wie sie Euch schmecken.
      Liebe Grüße Sylvia

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    2. Leichte Schläge auf den Hinterkopf... Jetzt, wo Du es sagst, fällt mir ein, dass meine Mutter früher aus übrig gebliebenen Kartoffelpü auch Fingernudeln gemacht hat (auch als Taler, Du bist nicht als einzige so "faul"). Und auf die Idee mit dem Stampfen hätte ich auch selbst kommen können :-). Dann werde ich wohl beim nächsten Mal eher matschig kochende Kartoffeln kaufen, normalerweise kaufe ich nämlich festkochende, weil's bei uns häufig Bratkartoffeln gibt.
      Liebe Grüße
      Jorin

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  2. Genau, Niederbayern und Fingernudeln, bei uns mit Sauerkraut und Wammerl. Allerdings mach ich sie nie selber sondern werde von der Mama bekocht. Deswegen hab ich keine Ahnung ob mit oder ohne Ei.

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    1. Hallo Beate,
      die Fingernudeln sind irgendwie so ein typisches Familienrezept-Ding. Da gibt's in jeder Familien ein anderes "Spezial-Rezept" ;-)
      Liebe Grüße Sylvia

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