Anti-Knet-Brot

Was macht man, wenn man - mal wieder - den Knethaken seines Rührgerätes abgedreht hat, auf die Ersatzlieferung wartet und das Brot ausgegangen ist? Nein, das ist kein surreales Szenario... Das ist die bitterere Realität mindestens einmal jährlich im Hause Krautgärtner. Zumindest seit mein gutes, altes Krupps-Rührgerät nach bald 20 Jahren den Geist aufgegeben hat und wir einen Nachfolger kaufen mussten. Tja - ich erzähl Euch sicher nichts neues, wenn ich resümiere: Die Qualität ist nicht mehr die gleiche. Jahrelang hat mein altes Rührgerät klaglos auch die schwersten Roggenteige geknetet. Nun, das Neue bricht sich dabei regelmässig einen Knethaken ab. *grmpf* Der Herr Krautgärtner hat die jetzt schon auf Vorrat gekauft. *lach*
Und für den Fall des Falles hab ich ja noch dieses Brotrezept in Petto - ein No Knead Bread. Kein Kneten nötig - dafür braucht's einen Gusstopf, der mit Deckel bei 250° C in den Backofen darf. Aber daran soll es im Krautgärnter'sche Haushalt nicht scheitern und so ein Topf geht auch nicht so leicht kaputt :-)

Aber selbst wenn ihr ein funktionierendes Rührgerät habt, ist dieses Brot einen Versuch wert. Denn es ergibt ein wunderbar großporiges, saftiges Weißbrot mit einer knusprigen Krume, und das ohne viel Aufwand. :-) Einzig bisschen Vorausplanung braucht es, denn vom Ansetzen des Hefeteigs bis zum Anschneiden des Brotes benötigt Ihr etwa einen Tag.

Rezepte für das No Knead Bread gesitern viele im Netz herum - ich habe mich an diesem aus dem Kleinen Kuriositätenladen orientiert. Mein Schmortopf hat einen Durchmesser von 23 cm - und damit komme ich mit der im Rezept angegebenen Teigmenge gut hin. Wenn Euer Topf sehr viel größer oder kleiner ist, müsst ihr halt entsprechend aufdoppeln oder verringern. Aber jetzt geht's los und es ist auch gar nicht schwer.
No Knead Brot

600 g Weizenmehl
- bei uns üblicherweise Type 550 -
13 g Salz 
1,2 g Trockenhefe 
470 g Wasser
  
Mehl mit Hefe und Salz mischen, das Wasser dazugeben und mit den Fingern oder einem Kochlöffel verrühren. Es muss kein glatter Teig entstehen, auch kleinere Mehlnester sind nicht schlimm, die lösen sich währen der Gehzeit noch auf. Bei Zimmertemperatur abgedeckt - wir legen da einfach einen Teller auf die Rührschüssel - 18 Std. gehen lassen.

Dann den Teig auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche geben, von allen Seiten einmal falten und nun auch die Oberseite gut einmehlen. Mit einem Küchentuch bgedeckt nochmals 15 Min. ruhen lassen.

Inzwischen ein Gärkörbchen sehr gut ausmehlen, sehr, sehr gut ausmehlen. Der Teig ist sehr weich und löst sich sonst nicht ordentlich aus dem Gärkörbchen. Alternativ kann man auch eine Schüssel mit einem Küchentuch auslegen und dieses gut einmehlen.

Den Brotteig in das Gärkörbchen legen und nochmals abgedeckt 2 Std. gehen lassen. In der letzte halben Stunde der Gehzeit wird der Backofen inklusiv Gusstopf und Deckel auf der 2. Schiene von unten auf 260°C aufgeheizt.

Den Topf aus dem Backofen nehmen, Deckel abheben und den Brotteig mutig in den Topf kippen. Wenn Ihr nicht ganz die Mitte trefft, einfach bisschen zurecht zuppeln. Den Deckel wieder auflegen und 30 Min. bei 260° C backen.

Dann den Deckel abnehmen und nachschauen, wie es mit der Bräune der Kruste steht und je nachdem mit oder ohne Deckel in weiteren 15 Min. fertig backen.
Den Topf aus dem Ofen und das Brot aus dem Topf nehmen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.

Saftig, lecker, kross.

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