Des Knödels kleiner Bruder

Winter ist die Zeit der herzhaften Gerichte. Ein guter Zeitpunkt, Euch im Rahmen meiner Reihe Knödel-rei-duliö den kleinen Bruder des Knödels vorzustellen: Das Nockerl. Das Nockerl wird im Gegensatz zum Knödel nicht mit den Händen geformt, sondern mit zwei Löffeln, wodurch es seine typische dreikantige Form erhält. Wie der Knödel zieht es in Salzwasser - oder Brühe - gar. Nockerl sind bei uns hier eine beliebte Einlage in Suppen.

Der Klassiker ist wohl das Grießnockerl. Eigentlich sind sie ganz einfach zu machen. Der Trick ist auch hier, dass die Masse nicht kochen darf, sondern nur leise gar zieht, sonst zerfallen sie.

Grießnockerl

40 g Butter
60 g Hartweizen-Grieß
1 Ei
Salz

Brühe zum Garziehen
- zur Not geht auch gut gesalzenes Wasser -

Butter schaumig rühren, Grieß und Ei untermischen, salzen. Zum Quellen etwas stehen lassen. 

Mit zwei Teelöffeln Nockerl abstechen. Dabei nimmt man mit dem einem Löffel die Masse ein paar Mal quer vom anderen Löffel ab. So entsteht die charakteristische Form.

 Die fertig geformten Nockerl in die Brühe abstreifen und darin in leise simmernd 20-25 Min. garziehen lassen.

Das Rezept gibt Nockerl für 4 Portionen.
Die Nockerl in Fleisch- oder Hühnersuppe mit Schnittlauch bestreut servieren. 

Spektakulärer sieht es aus, wenn man die Nockerl in eine klare Rote-Rüben-Suppe gibt, die sich Barszcz nennt. Sozusagen die kleine Schwester des Borschtsch ;-)

Barszcz

3/4 l kräftige Fleischbrühe
300 g Rote Rüben
1 Lorbeerblatt
2-3 Pimentkörner
1-2 EL Apfelessig
Salz & Pfeffer
Zucker

Rote Rüben in kleine Würfel schneiden und mit dem Lorbeerblatt und den Pimentkörnern in der Brühe köcheln, bis die Würfel weich sind und die Brühe deutlich rot gefärbt ist. Die Suppe mit Essig und Zucker abschmecken und evtl. nochmals mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Lorbeerblatt und Pimentkörner entfernen. Die Roten Rüben abseihen und anderweitig verwenden; oder in der Brühe belassen und mit servieren. In Polen sind die klassische Einlage für die Barczc kleine Pieroggi mit Pilz- oder Sauerkrautfüllung.

Grießnockerl sind in Polen eigentlich nicht üblich, aber ich finde, das sieht sehr hübsch aus und schmeckt auch sehr lecker. ;-)

Die Suppe reicht für zwei Personen als Hauptgericht.

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