Wie gewonnen, so zerronnen

Der Darß ist eine Halbinsel in der Ostsee - genauer gesagt der mittlere Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die Westküste des Darß besteht aus einem 14 km langen Sandstrand, den man entlang laufen kann - meist. Denn an diesem Weststrand kann die Dynamik sehen, mit der Wind und Wasser unmittelbar auf die Landschaft wirken.

Das Foto des Monats 
(ja, das ist der Vormonat - wir sind bisschen hinten dran...)
Die Wälder auf dem Darß sind lichte Wälder, denn sie stocken auf "holozänen Sanden" – mit rund 12000 Jahren vergleichsweise junge und nährstoffarme Ablagerungen.
 
Trotzdem nutzten die Menschen die Wälder in den letzten Jahrhunderten vielfältigst - die Bauern als Viehweide, die Dänen und Franzosen holzten fast alles ab, die Preußen pflanzten Fichten. Die Kiefern wurden angeritzt, um Harz zu gewinnen und schließlich waren die Wälder auch noch Staatsjagdgebiet. Inzwischen gehört der Darß zum Naturschutzgebiet Vorpommersche Boddenlandschaft.

Bäumen, die all das überlebt haben, kann es nun trotz oder wegen des Naturschutzes passieren, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggerissen wird. Denn hier darf sich Brandung austoben, holt sich ungestüm das Land mit allem, was darauf wächst und spült den Sand nur einige hundert Meter weiter an Darsser Ort wieder an.
 
Hier kann man noch einen letzten Rest Baumwurzeln sehen, die noch in der Bruchkante der Küste stecken. Den Baum hat das Meer schon gefällt,
er liegt nun an der sich ständige ändernden Küstenlinie den Spaziergängern im Weg. ;-)

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