Ein Wildschwein auf dem Dach

So langsam wird es Herbst! Die Temperaturen sind es zumindest schon mal und wir bereiten uns nicht nur moralisch auf stürmisch-kalten Abende vor, sondern auch ganz praktisch: Den Brennholz-Vorrat überprüfen und ggf. aufstocken ist jetzt höchste Zeit. Mein Brüderchen war jedoch der Meinung, dass man aus schnödem Brennholz mehr machen kann, als einfach zerhacken und verbrennen.
Die Idee stammt nicht von ihm selbst, ein Zeitungsfoto diente als Vorlage. Und so ist mit einfachsten Mitteln ein Schwein entstanden, zwar grob stilisiert, aber eindeutig ein Schwein, sogar ganz eindeutig ein Wildschwein.
Es braucht einen Stammabschnitt von ca. 20-40 cm Durchmesser, ein Paar Äste und sechs Nägel.
Als Werkzeug benötigt man eine Motorsäge, Axt, Hammer und Stecheisen, wahlweise einen Forstnerbohrer.
Die Löcher für die Beine sind schon das aufwändigste. Dazu mit einem Forstnerbohrer Löcher in die Unterseite des Schweines bohren. Solche Bohrer gibt es in jedem Baumarkt und im Internet. Der Durchmesser sollte etwas dünner sein, als die Äste, aus denen die Beine entstehen sollen. 
Geübte Motorsägenführer können die Löcher auch mit der Motorsäge "einstechen". Der nötige "Stechschnitt" ist nicht ganz ungefährlich. Daher empfehlen wir den Forstnerbohrer. Danach kann man mit einem Stecheisen die Löcher entsprechen der Beindurchmesser ausstechen (siehe Bild).
Die Beine sind Äste, die leicht angespitzt mit der Axtrückseite in die Löcher geschlagen und anschließend auf einheitliche Länge gesägt werden. Brutal einfach.

Dann entsteht mit drei Schrägschnitten das Gesicht. Ein weiterer Motrsägenschnitt ergibt das Lächeln.
Die Ohren, Augen und Nase sind verschieden starke Astabschnitte. Die Löcher für die Befestigungsnägel müssen vorgebohrt werden, um ein Aufreißen zu verhindern. Ein Schwanz ist optional. Am wirkungsvollsten ist hier der Ast einer Korkenzieherweide oder ähnliches.
Vorgegebene Maße gibt es nicht und so entsteht immer etwas Einzigartiges, mit dem man viel
Freude schenken kann.

Die Frau Krautgärtnerin war von den Schweine-Bildern so entzückt, dass sie sofort auch eines haben wollte und diesen Wunsch auch zart andeutete lauthals in das Telefongespräch zwischen mir und meinem Brüderchen schrie. Was zur Folge hatte, dass knapp eine Woche später ein ziemlich schweres Paket bei uns abgeliefert wurde. Ein Brennholz-Schwein-Selbstbau-Satz. :-D Nun wird nun jeder Besucher von einem kleinen Holzschwein begrüßt.
Ganz wichtig findet der Erbauer zu erwähnen, die Sau nie mit irgendwelchen Holzschutzmitteln zu verunstalten (obwohl er selbst diese herstellt). Vergänglichkeit gehört dazu und ist in diesem Fall auch interessant und schön.

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