Deutscher Flieder

Fliederbeeren...? Mit diesem Begriff konnte ich als süddeutsches Mädel ja mal gar nix anfangen. Das, was ich unter Flieder kannte, macht keine Beeren. Die lila und weißen Blüten duften zur Blütezeit zwar typisch und wunderbar, aber daraus werden keine Beeren. Punkt.

Was bitte sollen also Fliederbeeren sein? Der Herr Krautgärtner konnte Licht ins Dunkel bringen: Ganz einfach - das, was wir hier in Bayern und Österreich als Holler kennen, nennt man in Norddeutschland Flieder oder Fliederbeerenbusch. So ist das halt  mit unseren vielfältigen deutschen Pflanzennamen - mit ein und demselben Namen sind nicht selten zwei oder sogar mehrere verschiedene Pflanzen gemeint. Gut, dass es die - meist - eindeutigen botanischen Namen gibt ;-)
Der  Echte Flieder (Syringa vulgaris) wurde erst 1560 aus Konstantinopel in Wien als Zierpflanze eingeführt und verbreitete sich von dort bis in die Bauerngärten. Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist einheimisch und sozusagen der ältere deutsche Flieder ;-) Er ist schon seit Jahrtausenden als heilkräftig bekannt und wird auch heute noch entsprechend eingesetzt. Hippokrates im antiken Griechenland nannte ihn gar eine ganze Hausapotheke. Das lässt doch diese Holunderbeer-Muffins in einem ganz anderen Licht erstrahlen - es ist sozusagen Medizin zum Essen:

Holunderbeer-Muffins

200 g Mehl 
50 g feine Haferflocken 
1 EL Backpulver 
1 TL Natron 
2 Eier 
150 g Zucker 
150 g weiche Butter 
1 Becher saure Sahne 
150 g Holunderbeeren 
1 EL Vanillezucker
 Zucker zum Bestreuen
 
Die Holunderbeeren mit einer Gabel von den Dolden streichen, gut waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Backofen auf 200°C vorheizen. 

Das Mehl mit den Haferflocken, Backpulver und Natron kurz vermischen. 
Die Eier, Zucker, weiche Butter, saure Sahne und Vanillezucker gut verrühren. Danach die Mehlmischung unterrühren. Zuletzt vorsichtig die Holunderbeeren unter den Teig heben und den Teig in Muffin-Förmchen füllen.

Mit Zucker überstreuen und bei 180°C Ober/Unterhitze 20 - 25 Minuten goldgelb backen.

Wichtig ist beim Muffinbacken, nicht zu viel zu rühren und, dass alles einigermaßen schnell geht. Dann werden sie wunderbar luftig und saftig.
Das Rezept ergibt ein Muffin-Blech

Kommentare

  1. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind mal in Norddeutschland Fliederbeersuppe mit Grießklösschen gegessen habe....ich fand es irgendwie exotisch:-) - aber lecker:-)!!!

    Dieses Jahr gibt es hier Holunderblütensirup und Holunderbeerensaft und Holunderbeerengelee!!

    LG
    Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      von Fliederbeersuppe erzählt Rainer auch immer - und ich finde auch, dass das sehr exotisch klingt. Wird das dann mit den Grießklösschen warm oder kalt gegessen?
      Bei uns steht für dieses Jahr noch ein Rezept für Holunderbeer-Senf auf dem Plan. Da bin ich mal sehr gespannt. ;-)
      Lieben Gruß Sylvia

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  2. Die wird heiß gegessen. Holunderbeersenf? Da warte ich doch mal auf ein Rezept von euch:-). Chutney könnte ich mir irgendwie auch gut vorstellen. Ich hatte dieses Jahr mal ein Johannisbeerchutney gemacht. Das war auch irgendwie ziemlich lecker!!

    Grüßle an euch beide
    Claudia

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  3. Holunderbeerensuppe heiß????? Kenne ich nicht. Aber wir sind ja absolut experimentierfreudig. Vielleicht auch mit Sago – das kennt auch noch kaum jemand.
    Aber vor allen Dingen muss ich die Beeren unbedingt die Tage noch ernten. Erst dann kann man was draus machen. Und letztes Jahr haben wir auch noch Holler-Wein gemacht. Als Schorle im heißen Sommer absolut zu empfehlen!!!

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  4. Hattet ihr nicht auch Holler-Sekt?? Ich glaube, dass ich den bei euch getrunken habe:-)

    Und da sagst du was. Ich will auch unbedingt am WE noch los zum ernten.

    Ich warte dann auf das Senfrezept:-)

    LG
    Claudia

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    1. Ja - der Holler-Sekt war aus Blüten, der Wein aus Beeren. Mal gucken, wann ich zu dem Senf-Rezept komm, dieses Wochenende sind wir erstmal ausgebucht mit anderen Dingen...

      Viele Grüße Sylvia

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