Fronkreisch, Fronkreisch...

... oder immer mit dem Finger der Landkarte nach.

So ganz ohne Wegfahren ist Urlaub auch irgendwie nix. Vielleicht mit dem Motorrad nach Frankreich? Nur ein paar Tage - ungezwungen und entspannt über Landstraßen tingeln, durch kleine Dörfer und viel Landschaft, Pausen im Schatten mit Baguette, Käse und Schinken vom Markt und abends eine schöne Unterkunft ansteuern. Das klingt doch nach einem guten Plan.
 
Die Feinplanung nach Krautgärtner-Manier sieht dann so aus. Mit geschlossenen Augen auf der Landkarte die Zielorte für den Abend festlegen, abwechslungsreiche Unterkünfte in der Nähe suchen und die Reise-Route dem Navi mit der Vorgabe "Autobahn und Mautstraßen meiden" überlassen.  Fertig ist der relaxte Motorrad-Urlaub. Und weil es mit lieben Menschen noch mehr Laune macht, sind wir mit einem befreundeten Pärchen losgezogen.
Die Rundreise führte uns von Metzingen als Startpunkt über Xertigny in den Vogesen, Autun in Burgund und Piney in der Champagne schließlich nach Straßburg ins Elsass und von dort wieder nach Hause. Jeder Abschnitt so zwischen 200 und 330 km lang, was eine reine Fahrzeit über Land von 4-5 Stunden ergab. Die genaue Fahrtroute haben wir nicht aufgezeichnet. Aber die Strecke einfach nachfahren, würde dem Charakter dieser Reise auch ziemlich widersprechen.
Genauso wenig gibt es Bilder von der Fahrt vom Motorrad aus. Wir haben unseren großen Foto-Apparat zu Hause gelassen - auf Moped-Touren ist Gepäck immer auf das Wesentliche reduziert. Aber die Smartphones waren mit, und so gibt es Fotos von den Pausen und Unterkünften.

Metzingen - Xertigny

Wir starten in Metzingen bei wolkenverhangenem Wetter. Die Route führt uns über den Schwarzwald in Marckolsheim über die Grenze nach Frankreich und dann in die Vogesen. Dort ist von Hochsommer keine Spur. Es ist ziemlich nebelig, oder sind es die tief hängenden Wolken? Noch vor Xertigny folgen wir den Wegweisern Maison Carmen ...
... und kommen auf immer kleiner werdenden Feldwegen schließlich an dem ehemaligen Bauernhof an, den eine deutsche Auswandererfamilie mit viel Herzblut renoviert und dort Gästezimmer anbietet.

Xertigny - Autun

Am nächsten Morgen kann sich die Sonne durchsetzen, und wir genießen beim Start die kühle, frische Morgenluft.
Die kleinen Landsträßchen führen uns über noch kleinere Dörfer, oft wird uns freundlich zugewunken. Auf dem Markt in Arc-lès-Gray kaufen wir Fromage und Jambon und bekommen gleich noch den Weg zur Boulangerie erklärt. An der Saône finden wir ein schattiges Plätzchen zum Picknicken.
 
Danach geht es weiter nach Autun, ein kleines Städtchen in Burgund, dessen Stadtbild von der mächtigen romanischen Kathedrale Saint-Lazare geprägt wird.
Wir nächtigen im ehemaligen Frauenkloster Les Ursulines Hotel und speisen dort auch im  traumhaften Ambiente des Klosterhofs zu Abend.
Geeistes Tomaten-Süppchen mit Krabbenfleisch

Autun - Piney

Seit den Vogesen ist die Landschaft beständig karger geworden und auf den Weiden sieht man überall die mächtigen Charolais-Rinder. Mich hat erstaunt, dass immer wieder Bullen mit der auf der Weide standen. Und es waren ganz sicher Bullen, das könnt ihr mir glauben. ;-)

Wir fahren inzwischen wieder Richtung Norden, die Rinder-Weiden werden weniger und die  Weinberge der Champagne mehr. Als wir in Piney ankommen hat es über 35° C, wir sind ziemlich groggy und froh, dass der Stausee Lac d'Orient ganz in der Nähe liegt - und wir ihn nach etwas vor und zurück auch wieder finden. *lach*
Nach einem ausgesprochen vorzüglichen Abendessen und super-aufmerksamen Service im Hof unserer Unterkunft Logis Hôtel le Tadorne fallen wir einfach nur noch ins Bett.
Leider haben wir kein Foto vom Hof am Abend gemacht, 
mit all den schön eingedeckten Tischen für das Abendessen.

Piney - Straßburg

Heute liegt eine relativ lange Etappe vor uns - und es sind deutlich über 35°C angesagt.
Wir besorgen uns im örtlichen Tante Emma-Supermarkt noch ausreichend Getränke und Proviant und schwitzen schon, bevor wir überhaupt losfahren. Dieses Mal führt uns das Navi ziemlich lang und viel über Schnellstraßen - landschaftlich nicht so wirklich reizvoll, aber wegen der Hitze sind wir eigentlich ganz froh, zügig voran zu kommen. Gegen vier Uhr schlagen wir in Straßburg auf. Unser Appart'Hotel Odalys Green Marsh liegt mitten im Zentrum und ist klimatisiert *juhuu!!!*
Nach einer ausgiebigen Dusche und in den letzten frischen Klamotten werfen wir uns in die Touristen-Ströme der Altstadt.
Denn die ist wirklich sehr, sehr schön. Schließlich genießen wir noch einen Flammkuchen im Muensterstuewel - sehr lecker. Wenn ihr zufällig die Tage dort vorbei kommt, könnt ihr ja nach meiner Sonnenbrille fragen. Die hab ich nämlich dort liegen gelassen. :-/
Kaum sind wir am Abend im Hotel, fängt es an zu gewittern. Endlich Abkühlung - das tut gut!

Straßburg - Metzingen

Am nächsten Morgen geht es direkt von Straßburg über die Europabrücke zurück nach Deutschland und dann nochmal durch den Schwarzwald. Noch ein kleiner Stopp auf dem Kniebis und ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte in Freudenstadt und *schwupps* sind wir schon wieder in Metzingen.
Für uns galt es dann noch über die A8 heimzudüsen, denn wir wurden hartnäckig von einem Gewitter verfolgt. Aber wir waren schneller! ;-) Wir hatten noch knapp eine halbe Stunde, das Motorrad abzupacken und alles reinzuräumen, bevor es zu schütten begann.

Schee war's. Wir können Frankreich für einen entspannten Motorrad-Trip nur empfehlen. Auf den Landstraßen ist kaum Verkehr, in den Städten sind wir - als ortsunkundige Fahrer - bei etwas kurzfristigen Spurwechseln nie angehupt worden und selbst die Polizeistreife auf dem Motorrad grüßt freundlich. :-)
 
Und zum Schluss noch zwei Reminder an uns und Tipps für Euch ;-)
1) Eine Hülle für das Smartphone mit Schlaufe besorgen, dann sollte ich als Sozia auch Fotos während der Fahrt machen können. 
2) Eine Möglichkeit suchen, auch Schnellstraßen von der Routenplanung zu nehmen.

Kommentare

  1. Hallo Sylvia, eine schöne Tour habt ihr gemacht. Wir wohnen in Nähe der Grenze zum Elsass, einmal über den Rhein bei Breisach und schon sind wir da. Ich fahre öfter mal mit dem Rad die kleinen Dörfer ab, die in unmittelbarer Nähe sind. Mit dem Auto sind wir in wenigen Minuten in den Vogesen, wir wohnen echt in einer schönen Gegend. Will ich mal französischen Flair geniessen, dann gehts mit dem Rad nach Neuf-Brisach, um dort unter den Kastanien am Marktplatz einen Kaffee zu trinken oder ein Eis zu lecken, da kommt Urlaubstimmung auf.
    Liebe Grüße
    von Edith

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    1. Hallo Edith,
      wir sind ja direkt am Kaiserstuhl vorbeigefahren - und da hab ich an Dich und Deine Beiträge und so wunderbaren Fotos denken müssen. Ja - ihr wohnt wirklich in einer wunderschönen Gegend :-)
      Viele liebe Grüße
      Sylvia

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  2. Hach, herrlich liest sich das! Da wart ihr ja gar nicht sooo mega weit von uns hier entfernt. Ganz nah haben wir es ins Elsass, allerdings etwas weiter südlich. ;-)
    Ich mag das ungeplante spontane Reisen, einfach mal schauen, was da kommt. =)

    Liebe Grüße,
    Sarah =)

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  3. Hallo Sarah,
    ah, da lebt ihr. Dann wunder ich mich auch nicht mehr, warum bei Euch immer alles so viel früher reif ist, als bei uns ;-) Und - ja, ich mag das treiben lassen sehr.
    Viele Grüße
    Sylvia,
    die heute Tomaten-Verarbeitung-Großkampf-Tag hatte. :-P

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