Mini-Schweden-Häuschen

Eigentlich wollte mein Brüderchen nur eine Unterstellmöglichkeit für Gartenmöbel bauen. Im Garten der tausend Möglichkeiten darf's dann aber auch gern ein bisschen Mehr sein, und so wurde es dann auch etwas mehr.
Es gibt ja jede Menge Gartenhäuschen im Angebot. Doch die sehen alle ähnlich oder gar billig aus. Zudem ist der Preis für attraktive Häuser nicht ohne. Aber so ein Schwedenhäuschen wäre schon schick, oder?

Das Häuschen hier steht zwar nicht in Schweden, sondern auf der Hallig Oland -
aber es erinnert doch sehr an die Häuser in Schweden.

Ganz ehrlich gesagt, kann mein Brüderchen nicht mehr genau sagen, was dann den Ausschlag gegeben hat, das Gartenhaus selber zu bauen. Immerhin ist praktischerweise ein Sägewerk und ein Wald in der Nähe. Das Fundament sollte sicherstellen, dass der Fußboden nicht feucht und muffig wird. Also etwas erhaben und luftig wäre gut.

Eichenstämme handgeschält aus dem Wald mussten her. Das ist im wahrsten Sinne schwere Arbeit. Hier kann man schon erkennen, dass man etwas verrückt sein muss.
Die Stammabschnitte sind mindestens 60 cm im Boden eingegraben und wurden danach mit Wasserwaage und Schnur ausgehöht und auf gleicher Höhe abgesägt. Darauf sind vier geschälte Kiefernstämme mit ca. 15 cm Durchmesser als erste Balkenlage geschraubt. Eine Naturharz-Holzlasur schützt die Teile, die man später nie mehr erreichen wird. Es folgt eine Lage Rauhspund als Unterboden.

Darauf wird aus geschälten Kiefernstämmchen ein Skelett gezimmert. Die Zapfverbindungen sind grob mit der Motorsäge hergestellt, da diese später nicht mehr sichtbar sein werden. Möglichst keine Metallwinkel und wenig Schrauben und Nägel sind ein ehrgeiziges Ziel.
Dieser Rohbau wird mit unbesäumten Kiefernbrettern beplankt. Die unteren Bretter, die Böden, müssen gestrichen werden, bevor die oberen als Deckel angebracht werden, damit, wenn diese schwinden, keine ungestrichenen Flächen sichtbar werden. Und - enorm mühsam aber umso wichtiger ist es, keine Lücken für Mäuse zu lassen.

Noch ein Dach drauf, wiederum aus Rauhspundbrettern und einer Lage Schweißbahn, und man hat es schon mal trocken. Die Fensteröffnungen werden einfach mit der Motorsäge ausgesägt. Die Fenster selbst sind alte, gerettete Bauernhausfenster.

Der Innenausbau von außen nach innen wurde wie folgt aufgebaut: Eine diffusionsoffene Dampfbremse, 10 cm Cellulose-Dämmung und 1,5 cm dicke OSB-Platten.
Durch den Sonnenneinfall, den Abstand zum Boden und die Diffusionsoffenheit ist das Haus auch ohne Heizung immer trocken und einladend wohlriechend. Hier schimmelt und mufft nichts. So ist es statt eines Schuppens für Gartenmöbel ein beliebtes Sommer-Domizil für Freunde und Verwandte geworden. In nur drei Monaten Feierabendarbeit.

Und wenn Euch das Häuschen bekannt vorkommt - es wurde bereits in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift kraut&rüben vorgestellt. ;-)

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