Mohn-Vernichtungs-Kuchen

Manchmal geraten Rezept in Vergessenheit, ohne dass sie sich etwas zu Schulden hätten kommen lassen. Ohne besonderen Grund - nicht, dass sie etwa schwierig in der Zubereitung gewesen wären oder geschmacklich nicht so der Hit. Nein, eine ganze Weile haben sie uns sogar durch unser Leben begleitet, und dann - irgendwie - verschwinden sie aus dem Repertoire, werden zu einem Schatten in unserem kulinarischen Gedächtnis.
Und manchmal passiert dann etwas, dass so ein Rezept mit einem Paukenschlag wieder in unser tägliches Leben katapultiert. Im Falle dieses unglaublich wunderbar saftigen Mohn-Guglhupfs war es ein Urlaubs-Mitbringsel. Ein Pfund feinster Graumohn aus dem Waldviertel in Österreich. Davon könnten wir ein Leben lang - oder eventuell auch länger - Mohn-Semmeln backen, oder eben dieses feine Rezept wieder ausgraben. :-)

Mohn-Guglhupf

1 Vanilleschote
100 g Marzipanrohmasse
150 g Zucker
5 Eier
250 g Butter
1 Prise Salz
100 g Crème fraîche
150 g Mehl
80 g Speisestärke
100 g gemahlener Mohn 
Butter für die Form
30 g ungemahlener Mohn
Puderzucker zum Bestäuben

Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen. Das Vanillemark mit der Marzipanrohmasse und 100 g Zucker mit den Händen miteinander verkneten. Die Eier trennen.

Eigelb, Butter, Salz und Crème fraîche mit dem Handrührer zu einer schaumigen Creme aufschlagen. Die Eigelb-Butter-Masse in kleinen Portionen nach und nach unter das Marzipan rühren. Es sollten keine Klümpchen mehr zu sehen sein. Mehl und Speisestärke darüber geben. 

Eiweiß mit dem restlichen Zucker zu steifem Schnee schlagen. Dann das Mehl und die Speisestärke mit wenig Eischnee unterheben. Erst danach den restlichen Eischnee unterheben, bis ein glatter Rührteig entstanden ist. Vom Teig 1/3 abnehmen und mit dem gemahlenen Mohn verrühren.

Eine Gugelhupfform mit der weichen Butter ausfetten und mit dem ungemahlenen Mohn ausstreuen. Zuerst die Hälfte des hellen Rührteigs in die Form füllen, darauf den mit Mohn verrührten Teig und zum Schluß den restlichen hellen Teig daraufgeben. 

Die Form auf der zweiten Einschubleiste von unten in den vorgeheizten Backofen schieben und bei 175° C 50-55 Min. backen. Den Kuchen in der Form auf ein Kuchengitter stellen und 10 Minuten ruhen lassen. Dann vorsichtig auf eine Platte stürzen und die Form abheben.
Den Kuchen ganz auskühlen lassen, vor dem Anschneiden mit Puderzucker bestäuben.

Was ich an diesem Guglhupf besonders mag, ist, dass er auch nach ein, zwei, drei Tagen noch richtig saftig ist, wenn nicht gar immer saftiger wird. Und das ist für einen zwei Personen-Haushalt sehr praktisch. ;-)

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