Pferde-Takt und Maultier-Rhythmus

Reiten durch wilde Natur - frei wie ein Cowboy, vielleicht nicht gerade wochenlang, aber doch ein paar Tage am Stück, nicht um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein. Das war ein Traum, den ich schon in meiner Jugend träumte. Irgendwann in meinem Leben - der Jugend schon eine deutliche Zeit entwachsen - beschloss ich, mit träumen aufzuhören und sie zu leben.
Aber so ohne Vorbereitung ab in die Prärien der Cowboys hab ich mich dann doch nicht getraut. Ich bin zwar in oben erwähnter Jugend geritten, aber trotzdem... Ich machte mich also auf die Suche nach einer Möglichkeit, wieder ins Reiten einzusteigen, am liebsten im Urlaub - aber bitte nicht im Kinderferienprogramm - und gleichzeitig Wanderreit-Luft zu schnuppern. Auf der Alb wurde ich fündig - bei Julia Krüger und ihrem vierbeinigem Team. Damals bestand es noch ausschließlich aus Pferden, inzwischen sind die Mulis in der Überzahl.

 
Als dann der Herr Krautgärtner in mein Leben trat, schleppte ich ihn einfach mit. Und so sind wir durch die Jahre immer wieder für ein paar Tage mit verschiedenen vier- und zweibeinigen Wegbegleitern auf der Alb unterwegs. Auszeit vom Alltag in nahezu unberührter Natur - fast vor unserer Haustür.
Das Pferd zum Maul - Camisard souileille, ein Merens, den der Herr Krautgärtner hier gerade entert.

Das letzte Mal ist ziemlich genau zwei Jahre her. Und ich kann Euch sagen, Ende März auf der Alb mit einem lauen Frühlings-Ritt zu kalkulieren, ist gewagt. Es war kalt, also so richtig kalt, um nicht zu sagen a... kalt. Minusgrade im zweistelligen Bereich. Der Atem von Mensch und Maultier steht in der Luft. Aber den Mulis ist das allerdings ziemlich egal - und wir ziehen alles an, was wir dabei haben. :-)
Kleiner Tipp am Rande: Die Hände bleiben einigermaßen warm, wenn man sie abwechselnd zwischen Hintern und Sattel schiebt. Noch besser ist es, wenn man die Hände irgendwo unter die Satteldecke bekommt.
Für dieses Jahr habe ich diese Woche zwei Wanderreit-Tage Mitte Mai fix gemacht, und das Wetter hab ich dazu auch gleich bestellt. So in etwa stell ich mir das vor!
Und der Traum durch Amerikas Prärien zu reiten? Vielleicht mach ich es noch - irgendwann. Die Vorstellung hat immer noch ihren Reiz - aber es ist kein unerreichbarer Traum mehr. Ich könnte es einfach tun, wenn ich wollte.

Kommentare

  1. Liebe Sylvia,
    das hört sich richtig gut an!!! Und ganz sicher ist es im Mai genau so schön, wie auf dem Bild :-)
    So auf der Alb... das stelle ich mir unheimlich schön vor und ich kann nur sagen: Gut, dass Du das nicht mehr weiter aufgeschoben hast! Und ist ja auch toll, daß Ihr das gemeinsam macht! Kehrt Ihr abends immer wieder an Euren Startpunkt zurück? Ich sehe kaum Gepäck? Oder wird es für Euch organisiert bzw. gefahren?
    Ich plane auch wieder einen Wanderritt mitzumachen und zwar in der Lüneburger Heide, denn das ist für uns deutlich näher :-) . Ich hoffe, daß es in diesem Jahr mal wieder klappt!
    Liebe Grüße,
    Silke

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    1. Hallo Silke,
      wenn Du so fragst, fällt mir auf, dass die Fotos hier in dem Post tatsächlich fast alle von Tagesritten stammen. Aber auch auf den Mehrtages-Ritten organisiert Julia den "Übernachtungs"-Gepäck-Transport, so das wir tagsüber nur "kleines" Gepäck dabei haben.
      Wanderreiten in der Lüneburger Heide stell ich mir auch total schön vor. Ich drück Dir die Daumen, dass es klappt.
      Lieben Gruß
      Sylvia

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