Reh-Brat-Würstl

Den Wurstfüller für meinen Jupiter-Motorblock hab ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Und wenn ihr jetzt denkt: "Hey, die sind ja fix mit Umsetzen!" *hüstel* ...zu Weihnachten vor vier Jahren... *hüstel* Nun - seit dem harrte er seiner Einweihung. Und wenn ich ehrlich bin, hab ich es vor allem deshalb so vor mir hergeschoben, weil ich mir das mit den Därmen super-kompliziert und frickelig vorgestellt hab.

Aber als der Herr Krautgärtner zwischen den Jahren ein Reh mitgebracht hat, haben wir uns ein Herz gefasst  und es gewagt. Wann denn dann, wenn nicht jetzt! Wir haben uns ein Rezept für rohe Bratwürste ausgesucht - da muss nix gecuttert werden, nix gebrüht und auch nix geräuchert. Anfänger-Würste halt, aber immerhin einen Level höher als unsere Leberwurst.
Die ersten Würstl wurden natürlich sofort gebraten und mit Kraut und Brot verkostet. Das ist übrigens kein Blaukraut, sondern Rotes Sauerkraut. Wie das funktioniert, werden wir im Laufe des Jahres noch zeigen. ;-)

Wir wurden belohnt - in allen Bereichen: sowohl zubereitungstechnisch als auch geschmacklich. Die gibt es bestimmt wieder. Zumal wir jetzt wieder "Wurstfleisch" vom Reh in der Tiefkühtruhe haben, ich kann mir da auch gut vorstellen, mit den Würzung etwas zu experimentieren - etwas weniger Majoran, dafür bisschen Bohnenkraut dazu, oder noch gröber wolfen und nur einmal durchdrehen, oder, oder...

 Reh-Bratwürstl

pro kg Wurstmasse
700 g Rehfleisch
- wir haben Abschnitte verwendet -
300 g fetter Schweinebauch ohne Schwarte
18 g Salz 
4 g Pfeffer 
1,5 g Majoran 
0,5 g Muskatnuss 
0,25 g Rosmarin 
1 Zehe Knoblauch 
1 Zwiebel 
1 Lorbeerblatt 
2 Wacholderbeeren 
1 -2 TL Senfkörner 
1 Ei 
1 TL Paprikapulver

Naturdarm Kaliber 30-32 mm
Wurstgarn

Gut gekühltes Rehfleisch und Schweinebauch in Würfel schneiden und durch die 4,5 mm Scheibe des Fleischwolfes drehen. Zwiebel und Knoblauch schälen und grob würfeln. Das Fleisch nochmals mit Zwiebel, Knoblauch und den restlichen Gewürzen - bis auf Ei und Paprikapulver - durch den Fleischwolf lassen. Dann das Ei und Paprikapulver unterkneten, bis der Fleischteig eine schöne Bindung entwickelt hat.
Den Naturdarm wässern und vorsichtig auf das Füllrohr des Fleischwolfes ziehen. Vorne noch nicht zuknoten, sonst bleibt da nämlich beim Einfüllen ein Luftblase. Haben wir natürlich ausprobiert, ist tatsächlich so. ;-) So funktioniert es besser und zwar am besten, wenn man zu zweit ist: Fleischteig möglichst ohne Luftblasen in den Fleischwolf stopfen, den restlichen Fleischteig entsprechend bereitstellen. Dann den Fleischwolf anwerfen, warten bis der erste Fleischteig im Darm angekommen ist, Fleischwolf anhalten und jetzt vorne zubinden.

Dann den Fleischwolf wieder loslaufen lassen, den Fleischteig stetig in den Fleischwolf nachfüllen und den Darm mit der Masse füllen, dabei den Darm gleichmäßig und vorsichtig vom Füllhorn ziehen. Dabei entsteht eine einzige lange, lange Wurst - am idealsten möglichst blasenfrei, aber daran arbeiten wir noch. Wichtig ist, den Darm nicht zu prall zu füllen, denn sonst lassen sich daraus keine einzelnen Würste mehr drehen.
 
 Wenn der Fleischteig zu Ende ist, die Wurst am Füllrohr abbinden. Dann die Würste in der gewünschten Länge entweder abdrehen oder abbinden und dann in Einzelwürste schneiden.

Die Würstl kann man nun roh sofort zum Grillen und Braten verwenden oder einfrieren. Man kann sie aber auch eine halbe Stunde bei 80°C brühen und dann erst braten. Und wer sich das mit dem Darm nicht traut oder keinen Fleischfüller hat, kann die Wurstmasse auch in Einmachgläser füllen und 120 Min. bei 100°C einkochen.

Kommentare

  1. Das hört sich sehr lecker an. Ich stauen über das Ei, hab eich noch nie gehört. Warum muss das an das Brät? LG Tellerränder

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    1. Huhu Teller, endlich komm ich zum Antworten. Es gibt einige klassische Bratwürste, die mit Ei produziert werden, aber auch viele ohne. Also - müssen muss das Ei nicht. Aber das Ei sorgt sicher für Bindung und dafür, dass die Würste nicht zu trocken werden - und als Bratwurst-Anfänger wollt ich auf Nummer sicher gehen ;-)
      Viele Grüße Sylvia

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  2. Wow, wow, wow... mal wieder:-). Da könnte ich sofort 5 Stück in mich rein stopfen. Und ich bin gespannt auf das rote Sauerkraut.

    Liebe Grüße und guats Nächtle
    Claudia

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    1. Ich glaub, dann reicht unser Wurst-Vorrat grad noch für dich ;-)
      Lieben Gruß Sylvia

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