Winter-Pause

Unsere heimischen Laubbäume werfen ihr Laub im Herbst ab. Zu ihrem eigenen Schutz, denn ansonsten würden die Blätter erfrieren oder vertrocknen, wenn die Wasserzufuhr durch den gefrorenen Boden nicht mehr ausreichend funktioniert. Gleichzeitig mindert der Abwurf der Blätter die Gefahr von Schneebruch in schneereichen Gebieten. Also insgesamt eine sehr sinnvolle Einrichtung der Natur.

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Aber warum werfen dann Eichen, insbesondere die Traubeneichen, ihre Blätter erst im Frühjahr ab - so wie diese Eiche auf dem Parsberg? Sie holen sich zwar im Herbst alle verfügbaren Nährstoffe aus dem Laub zurück und lassen es vertrocknen, aber sie lassen es nicht los oder nur einen kleinen Teil. Selbst in heftigen Herbst- und Winterstürmen halten sie beharrlich an ihrem rot-vertrocknetem Laub fest, erst die Frühjahrsstürme schaffen es, die Blätter vom Baum zu holen.

Vermutlich ist das ein genetisches Überbleibsel ihrer ur-ursprünglichen Heimat, die sich vom Kaukasus über Vorderasien bis nach Anatolien und in den Nordirak erstreckt. Dort haben die Jahreszeiten  andere Qualitäten und bergen andere Gefahren. Es war da nicht nötig, die Blätter so früh abzuwerfen, dafür mussten sie durch hohe Gerbstoff-Einlagerungen ihr Laub vor Tierfraß und Austrocknung schützen. Strategien, die ihrer Einwanderung nach Mitteleuropa offensichtlich nicht im Wege standen.

Und das ist schon sehr früh geschehen. Nicht von ungefähr ist die Eiche fest in der Mythologie der Kelten und Germanen und auch in deutschen Kultur verankert. Sie ist in vielen Religionen ein heiliger Baum und auch im Christentum gilt sie als Lebensbaum, der für ewiges Leben und ewiges Heil steht.

Kommentare

  1. Superschönes Blog, das ich sicher oft besuchen werde!
    (Hab euch grad über Kraut und Rüben entdeckt)...

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    1. Hallo Viktoria,
      lieben Dank und über Besuch freuen wir uns immer :-)
      Liebe Grüße Sylvia

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