Der Ofen bäckt!

Oder backt? Ich bin für erstere Version, der Herr Krautgärtner präferiert letztere. Gut, die Wette gilt! Wir schlagen ein und den Duden auf. Und? Tja - das ist jetzt echt blöd. Wir haben beide recht. :-D Wobei ich - wieder mal - der altmodischeren Version anhänge. Das passt hier doch viel besser, denn Brot in einem Holzofen zu backen ist auch eher old fashioned. Und ja - er ba-äckt richtig echtes Brot, unser Ofen. Muss er ja wohl auch - heißt er doch immerhin "Bake me".
Um uns ganz auf den Ofen konzentrieren zu können, hab ich mir ein Brotrezept ausgesucht, das wir schon mehrfach gebacken haben und das sicher funktioniert. Meine Wahl fiel auf das Weinheimer Möhrenbrot vom plötzblog. Das wurde letzte Saison im Rahmen unserer Karottenflut in das Brotback-Repertoire aufgenommen. Es schmeckt einfach super-saftig. Mit den zwei Vorteigen klingt es zwar erstmal etwas komplizierter, aber das klingt wirklich nur so.

Ich hab also am Vorabend meinen Sauerteig und das Brühstück hergestellt, am nächsten Tag den Brotteig fertig gemacht und zur Stückgare gestellt. Und dann mal den Ofen richtig eingeheizt. Also so richtig, richtig eingeheizt. Denn beim Flammkuchen-Backen ist uns die Hitze zum Schluss ziemlich zackig abgefallen. Und das wollte ich beim Brotbacken unbedingt vermeiden.
Deshalb hab ich den Ofen auf 250° C eingeheizt und das Brot eingeschoben. Und dann ging die Hitze noch weiter hoch, 270°, 280°... von abfallender Hitze keine Spur. :-///  Uuups - Schotten dicht gemacht, Backofentür auf, und weil uns selber nun auch schon etwas sehr warm wurde, Terrassentür auf. O.k. - sparsamer Umgang mit Energie sieht anders aus.

Dafür haben wir wieder etwas mehr Erfahrung gewonnen, wieviel Holz wir für welche Temperatur auflegen müssen, wieviel Vorlauf die Temperatur-Erhaltung benötigt und wie schnell oder langsam die Temperatur abfällt. Hier ist nun endlich das Rezept - bei uns heißt es der Einfachheit halber nur 

Karottenbrot

Roggensauerteig
130 g Roggenmehl 1150
120 g Wasser

Brühstück
25 g Haferflocken
35 g Sonnenblumenkerne
30 g Leinsaat
25 g zermahlenes Altbrot
- oder in Ermangelung dessen Semmelbrösel -
160 g Wasser

Hauptteig
Sauerteig
Brühstück
125 g Weizenmehl 550
125 g Weizenmehl 1050
45 g Roggenmehl 1150
11 g Salz
100 g Wasser
90 g Karotten, grob geraspelt
Haferflocken zum Wälzen


Die Sauerteigzutaten verrühren und warm 12-18 Stunden reifen lassen. Warm heißt bei uns fast immer im Bad, denn das ist bei uns das ganze Jahr warm. ;-)

Für das Brühstück das Wasser aufkochen und unter die restlichen Zutaten mischen. Etwas auskühlen lassen und für ca. 12 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Die Karotten grob raspeln und erstmal zur Seite stellen. Bis auf die Karotten alle Hauptteigzutaten 10 Min. verkneten. Der Teig bleibt ziemlich fest. Nun die Karotten dazugeben und weiter kneten, so 2 Min, dabei wird der Teig deutlich weicher. Abgedeckt und warm 45 Min. ruhen lassen.

Den Teig wirken, in die gewünschte Form bringen, in Haferflocken wälzen  und in ein Gärkörbchen setzten. Im E-Herd verwende ich für dieses Brot gerne ein längliches Gärkörbchen. Für das relativ kleine Backfach im Kaminofen musste ich meinen kleineren, runden Gärkorb verwenden. Nun das Brot 70 Min. warm zur Stückgare stellen.

Danach den Brotteigling auf das Backblech (oder den Backstein) stürzen, der Länge nach oder - beim runden Brot - über Kreuz tief einschneiden. Mit Wasser besprühen und in den auf 250° C vorgeheizten Ofen schieben. Mit Dampf auf 200° C abfallend ca. 50 Min. backen.
Und zuletzt noch ganz konkret für mich als Reminder: Beim Einschieben des Brotes braucht KEIN Holzscheid mehr nachgelegt werden ;-) Außer man möchte unbedingt im Bikini im Wohnzimmer sitzen.

Aber auch im Bikini schmeckt das Karottenbrot vorzüglich.

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