Das Kürbis-Massaker

Hab ich zumindest befürchtet, dass das Rauspuhlen der Kürbiskerne aus den Ölkürbissen in einem solchen endet. So mit Hackebeil, fliegenden Kürbisteilen, spritzendem Blut - ich stand mit dem Verbandskasten schon bereit. Am allerpraktischsten wär natürlich, wenn die Ölkürbisse ihre Kerne einfach so ausspucken würden.
Aber das wär wahrscheinlich auch zuviel verlangt, wo doch diese Art Kürbisse ihre Kerne schon ohne Schale belässt und man sie deshalb zur Verwendung nicht mühselig rauspopeln muss. Doch auch an die schalenlosen Kerne muss man erstmal hinkommen, immerhin sind die Kürbisse fast basketballgroß.

Zum Glück ist der Herr Krautgärtner ja ein findiges Kerlchen - und hat das ganze ohne größere Schäden an Inventar und Mensch hingekriegt. Er hat dem Kürbis nämlich mit einem schmalen, aber richtig scharfen Messer einfach die Schädeldecke abgeschnitten.
Der Deckel ging so ganz einfach abzuheben. Und dann einfach mit der bloßen Hand hinein in die Kürbis-Innereien und die Kerne herausfischen. Die haben wir dann von dem ganzen Geschmontze abgerieben und erstmal auf einem Handtuch in der Sonne ausgebreitet. Am Abend haben wir die Kerne dann in das Backfach unseres Kaminofens bei offener Backfach-Tür gelegt (Temperatur ca. 100° C), damit sie wirklich schnell trocknen und nicht zu gären beginnen. Das ist uns nämlich auch schon mal passiert.
Und nun - was wird nun aus dem Kürbis? Das Fleisch ist zwar essbar, aber ziemlich geschmacksneutral. Da greif ich für uns zum Essen doch lieber auf unsere Hokkaido zurück. Also hat der Herr Krautgärtner kurzentschlossen nochmal das Messer gezückt und damit und 'nem Apfel-Ausstecher bekam der Kürbis ein Gesicht.
Na gut - gruselig ist anders und er ist grün und nicht orange - unser Halloween-Kürbis.
Aber beleuchtet, schaut er doch gar nicht so schlecht aus. Eigentlich sollte er noch qualmen, aber die Räucherkegel aus dem Räuchermanderl kriegen dann doch nicht soviel Qualm her, wie erhofft. Naja - bleibt Raum zum Experimentieren ;-)

Kommentare

  1. Hallo, ihr Zwei Beiden (herrlich Verrückten. Pardon. Darf man doch so sagen? Ist ja nicht Böse gemeint, eher im Gegenteil)
    Normaler Kürbis ist wirklich geschmacklich nicht unbedingt reizvoll. Und süss-sauer (Bah) mag auch nicht jeder. Da ich aber unwahrscheinlich gerne in der Küche mit (fast) allem Essbaren experimentiere, habe ich auch dafür eine Lösung gefunden: Gelee. Kürbisgelee. Fruchtfleisch aufkochen, Saft ablaufen lassen, mit Gelierzucker 2:1 kochen. Leeecker. Probiert es mal. So schmeckts gut.
    Liebe Grüße von der (genauso verrückten) Hobbyköchin
    Liane.

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    1. Hallo Liane,
      ich finde, verrückt ist ein wunderbares Kompliment :-) Und das Kürbisgelee klingt interessant. Kommen da noch Gewürze rein oder bleibt das pur?
      Viele Grüße Sylvia

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