Acker-Nachlese 2014

Nächsten Sonntag ist es rum, das Ackerjahr. Wir waren die letzten Wochenenden - seit wir halt wieder aus dem Urlaub da waren - fleißig am Ernten und Einlagern. Das Frühbeet und die Tomatendächer sind schon abgebaut und warten in der Garage auf ihren Einsatz im nächsten Jahr. Ende dieser Woche werden wir noch den Lauch, Micro-Sellerie, Grünkohl und Chicorée von den Beeten holen und alle Garten-Geräte, Kletterhilfen und sonstiges G'raffel mit nach Hause nehmen. Und dann ist für dieses Jahr gut. Die rechte Zeit für einen kleinen Rückblick:
Ein Waschkorb voller Karotten

Kartoffeln 'Bamberger Hörnchen'
Geschmacklich sind sie ja wirklich ausgezeichnet, aber es ist jetzt das dritte Jahr, in dem wir uns eigentlich nur über sie ärgern. Dieses Jahr waren sie am ärgsten von all unseren Kartoffel-Sorten von den Kartoffelkäfern befallen. Und im Lager haben sie dann als einzige angefangen zu schimmeln und zu faulen. Deshalb...
Merke: Nächstes Jahr werden wir keine Bamberger Hörnchen anbauen.

Sellerie & Lauch
Auch dieses Jahr haben wir sie wieder in Mischkultur angebaut, und zwar wieder auf kleinen Dämmen und Tälern. Außerdem haben wir die Kultur mit Gemüsenetzen gegen die Lauchfliege geschützt. Der Lauch ist so dick wie noch nie und ohne Fraßgänge. Der Sellerie sind dafür so winzig, der taugt grad mal als Suppen-Sellerie. Dem war es auf den Dämmen dieses Jahr eindeutig zu trocken.
Merke: Ob das mit dem Sellerie auf den Dämmen gut funktioniert, hängt offensichtlich sehr stark vom Wetter ab. Nachdem ich das Wetter nicht vorhersagen kann, hab ich dafür jetzt auch keine Lösung. :-/
Linsen
Wir sind absolut positiv überrascht - unkompliziert im Wuchs. Auch der Drusch war überschaubar, und mit der Menge sollten wir gut über den Winter kommen.
Merke: Nächstes Jahr wieder - Daumen hoch!

Physalis
Die Andenbeeren sind auf dem Acker die Überraschung des Jahres. Nachdem sie nahezu totgefroren waren - nach dem Bodenfrost im Mai :-/ - haben sie lange gebraucht, bis sie zur Blüte kamen. Aber seit Anfang Oktober reifen die Beeren nun zügig ab und wir haben ständig feines Naschobst.
Merke: Nächstes Jahr wieder anbauen, und zwar wieder zwischen den Tomatendächern. Da hat es ihnen offensichtlich gut gefallen.

Tomaten
Das mit den Tomatendächern hat wunderbar funktioniert. Ich bin ganz begeistert. Nur unser Urlaubstermin im Sept/Okt war erntetechnisch etwas doof - da sind schon einige Tomaten überreif abgefallen und verfault. Aber dafür können weder die Tomaten noch die Dächer was. ;-)
Merke: Auch hier - Daumen hoch. Nächstes Jahr stehen die Dächer wieder auf unserem Acker.
Gurken
Wir haben dieses Jahr das erste Mal Gurken in nennenswerten Umfang geerntet :-) Aber es ist noch ausbaufähig. Von Mitackerern haben wir uns abgeschaut, für die Gurken kleine Dämme um das Beet zu bauen, damit sie (die Gurken - nicht die Mitackerer) etwas windgeschützter stehen. Und wir haben ihnen ein Klettergitter hingestellt.
Merke: Von den Abständen her weiter pflanzen und das Klettergitter früher aufbauen, ansonsten weiter so.

Petersilienwurzel
Das hat so gut ausgesehen. Wir haben sie dieses Jahr verzogen und sie haben richtig schöne, dicke Rüben gebildet. Dummerweise haben wir den richtige Erntezeitpunkt verpasst, bzw. standen sie an einer Stelle auf dem Acker, die wegen dem Gebüsch daneben, sehr schlecht abtrocknet. Und deshalb *heul* waren gut 50 % der Rüben bei der Ernte schon matschig und verfault. *heul*
Merke: An einer trockeneren Stelle anbauen.

Dill
Der Dill ist dieses Jahr irgendwie überhaupt gar nix gewesen. Er hat schlecht gekeimt, die Pflanzen selbst hatten dann kaum Blätter und sind noch vor der Blüte abgestorben. Warum? Ich weiß es nicht.
Merke: Tja, weiß jetzt auch nicht, was ich nächstes Jahr anders machen soll. Ich werd ihn einfach wie gewohnt aussäen.

Zucchini
Irgendwie nervt mich das mit der Vorzieherei, die Jungpflanzen überleben bei mir das Auspflanzen sowieso nicht. :-( Die Direktsaat hat dagegen gut funktioniert und hat - obwohl es echt schon spät im Jahr war - tatsächlich noch zur Ernte von Zucchinis geführt.
Merke: Ich werd sie nächstes Jahr sofort direkt aussäen, aber gleich nach den Eisheiligen.

Kürbisse gab es dieses Jahr auch das erste Mal.

Résumée
Erstaunlicherweise empfanden wir die 1 1/2 Bifang dieses Jahr gar nicht so viel mehr Arbeit als den einen Bifang die letzten Jahre. Ich weiß nicht so genau, woran das lag. Eine Erklärung dafür ist für mich, dass auf dem zusätzlichen halben Bifang zu 50 % Kürbisse gestanden haben - und wenn die erstmal eingewachsen sind, braucht es da keine Pflege mehr - die machen alles platt ;-)

Da wir dieses Jahr ein Randbeet hatten, war das erste Umgraben inklusiv Entfernen der großen Unkraut-Wurzelstöcke allerdings sehr *hmm* intensiv.

Vom Wetterverlauf war das Frühjahr bis zum Juni hin extrem trocken - wir haben mehrere tausend Liter Wasser aus dem Gröbenbach zu unserem Acker gezerrt *ächz* Aber wir haben eine gute Alternative dafür gefunden, die Gießkannen einzeln zu schleppen - dazu gibt es wahrscheinlich im nächsten Jahr mehr.

Kommentare

  1. Schöne Bilder einer schönen Ernte!
    Bei sind die letzten Jahre die vorgezogenen Zucchini auch immer beim raus pflanzen eingegangen. Dieses Jahr hab ich sie sehr tief eingepflanz und statt im Haus im Gewächshaus vorgezogen, das hat erstaunlich gut funktioniert.
    Die Hälfte der Petersilienwurzeln sind bei mir auch matschig, leider! =(

    Liebe Grüße,
    Sarah =)

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    1. Lieben Dank :-) Hach, ein Gewächshaus wird bei uns noch lange ein Wunschtraum bleiben, denn unser Garten bietet dazu einfach keine geeignete Stelle. :-( Ich probier jetzt nächsten Jahr tatsächlich aus, die Zucchini direkt zu säen. Vermutlich hätten sie dann sogar dieses Jahr den Bodenfrost überlebt, denn da hätten sie wohl noch nicht aus der Erde geguckt. Nun denn - nächstes Jahr auf ein Neues ;-)
      Lieben Gruß Sylvia

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