Texels Dünen-Fabrik

Aber jetzt fix - der Monat Juli ist fast rum und es gibt immer noch keine Geschichte zum Foto des Monats. Es ist vor fünf Jahren auf Texel entstanden - Spuren im Sand.

Von letzterem gibt es auf der westfriesischen Insel reichlich, zumindest an der Süd-West-Küste. Wobei die Bezeichnung "westfriesisch" eigentlich nicht korrekt ist  – denn die westlichste der westfriesischen Inseln gehört geologisch zu Nordholland und unterscheidet sich grundlegend von den anderen Inseln, die nur aus Sand bestehen. Texel hat nämlich einen festen Kern aus Geschiebelehm. Aber Sand und Dünen hat es trotzdem genug. Die Dünen schützen die Insel zum offenen Meer hin. Und eine richtige Dünenfabrik befindet sich an der Südspitze Texels - de Hors genannt.
Dabei handelt es sich um eine mehrere Kilometer breite Strandfläche. Es ist das rauheste Stück von Texel und hier kann man prima beobachten, wie junge Dünen entstehen. Das interessiert uns natürlich viel mehr als einfach am Strand rumzuliegen und wir machen uns auf den Weg. Ein Teil von de Hors ist militärisches Übungsgelände der Joost Dourleinkaserne.  Die Niederländer sind aber als sehr tolerante Menschen bekannt und so kann man sich auch hier frei bewegen. Und zwar ziemlich ausgiebig - wir haben es nicht bis ans Wasser geschafft.
De Hors war ursprünglich eine Sandplatte, die vor Texel lag. Erst seit 1749 ist sie fest mit Texel verbunden. Im 20. Jahrhundert wurde auch die Sandbank Onrust zu einem Teil von de Hors. Durch Anlagerung von weiterem Sand - viel Sand - und den Bau von Flugsanddeichen enstanden eine Reihe an Dünentälern und weiterer natürlicher Dünen. Und der Prozess ist bis heute nicht abgeschlossen. 
Die Sandband De Noorderhaaks - auch De Razende Bol (die tosende Sandbank) genannt, die zwischen Texel und den Den Helder auf dem Festland liegt, verlagert sich langsam, aber sicher in Richtung Texel, so dass es durchaus möglich ist, dass sie sich an Texel festsetzt.
Und wie wird nun aus dem vielen Sand eine Düne? Neben dem Wind spielt dabei der Strandhafer (Ammophila arenaria) eine große Rolle, der überall in Horsten auf den jungen Dünen wächst. Er dringt mit seinen Wurzelstöcken tief in den Sand ein und hält ihn so fest. Gleichzeitig bilden sich zwischen seinen Halmen und hinter seinen Horsten Windschatten, die die Anlagerung von Sand fördern. Dieses unglaublich zähe Gras kommt nicht nur mit den starken Winden, dem Salz und den fliegenden Sandkörnern an den Meeresküsten zurecht, sondern es lässt sich auch nicht davon stören vom Sand bis zu einem Meter pro Jahr überdeckt zu werden. Es wächst einfach oben aus der Düne raus. Der plattdeutsche Name für Strandhafer lautet übrigens schlicht und ergreifend "Halm", denn es ist das einzige für den Menschen wichtige Gras an Sandküsten.
 
So ist das also mit der Geburt von Dünen.

Völlig unabhängig davon - hier noch eine gute Strategie, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht - oder soll ich besser sagen, den Strand vor lauter Sand?

Einfach mal die Perspektive wechseln -
kopfüber sieht die Welt doch gleich ganz anders aus.

Kommentare

  1. Texel ist toll:-). Allein schon die Fahrt mit der Fähre.... so schön!!

    Schöner Handstand übrigens:-).

    Grüßle
    Claudia, die auch immer gerne die Perspektive wechselt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Claudia,
      ja - Texel ist wirklich toll und zwar für die ganze Familie. Und das Wetter ist fast immer besser als am Festland :-) Die Insel ist wirklich eine Reise wert.
      Lieben Gruß Sylvia

      Löschen

Kommentar veröffentlichen