Ripperl aus dem Rauch

In unseren Breiten ist Grillen ja eher eine Geschichte mit überschaubarer Vorbereitungszeit. So wie bei uns letzte Woche. "Ah, morgen soll das Wetter schön bleiben - wollen wir abends das erste Mal grillen?" "Gute Idee! Ich tau mal was von den Wildschwein-Spareribs auf!" So weit alles klar.

Spontan wird dann am nächsten Morgen beim Marinieren der Stücke in Bier und Honig festgestellt, dass es vielleicht doch etwas wenig sind und noch mehr aufgetaut. Und ebenso kurzfristig wird dann noch entschieden, dass man die Teile doch auch gut räuchern könne; war doch noch ein Rest Apfel-Räucherspäne vom Vorjahr aufgetaucht. Ab auf den Räucher-Grill mit den Teilen! Aber hätte man die Wildschwein-Rippchen vielleicht bisschen vorgaren sollen, damit sie auf dem Grill dann nicht so schwarz werden...? Nun gut - jetzt ist es zu spät. "Yammi - wie lang dauert das denn noch, bis die endlich fertig sind?!?!"
Unsere Kleidung hatte danach einen sehr intensiven Räucher-Duft. Und zum Glück haben wir tolerante Nachbarn.
Dass alle zubereiteten Spareribs dann doch bisschen viel waren, war ja irgendwie klar! Ich find das wunderbar - dann gibt es das Wammerl aus dem Rauch am nächsten Tag als kalten Braten, dazu eine Sauce Tartare und ein Kresse-Butterbrot. Fertig ist das schnelle Abendessen.
Für die Sauce Tartare gibt es kein wirkliches Rezept - die wird meist so aus der Lameng und aus dem, was der Kühlschrank grad hergibt, zusammengerührt und ist für Variationen in alle Richtungen offen.

Sauce Tartare

Mayonnaise
Sauermilch-Produkt
- Sauerrahm, Crème faîche, Schmand oder Joghurt -

nach Geschmack und Vorhandensein
jeweils gewürfelt oder gehackt
Zwiebel
hartgekochtes Ei
Essiggurkerl
Kapern
Sardellen
frische Kräuter
- Petersilie, Schnittlauch, Kresse oder Dill -
Salz & Pfeffer

Mayonnaise und Sauermilch-Produkt verrühren, die sonstigen Zutaten nach Wahl (es müssen beileibe nicht alle sein) untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwas ziehen lassen.

Die Sauce Tartare schmeckt nicht nur zu kaltem Braten, sondern auch zu Backfisch, gebackenen Champignons, Fondue und vielem anderem.

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