Graugänse im Anflug

Das Wetter ist diese Woche so trist und grau bei uns, dass ich mir eben nochmal die Bilder vom letzten Samstag anschauen musste.  Und auch wenn es trotz Sonne sehr diesig war - die Waldreben-Wollknäuel-Fruchtstände (Clematis vitalba) leuchten von hinten angestrahlt wie eine Lichterkette in den kahlen Gehölzen. Ja - so sieht die Welt mit Sonne aus.
Das Bild ist wieder am Amperstausee entstanden - und diesmal werden wir ständig von dem trompetenden Rufen der Graugänse (Anser anser) begleitet, die nicht nur im Flug ein ordentliches "G'werch" machen. In reichlicher Anzahl grasen sie auf den Wiesen neben der Amper und immer wieder fliegen sie über unsere Köpfe.
 
Außerhalb der Paarungs- und Brutzeit leben die Graugänse in großen Schwärmen, sind aber als Paar monogam. Die Jungtiere eines Paares bleiben bis zur nächsten Brutzeit bei ihren Eltern und sind auch danach noch oft in ihrer Nähe anzutreffen, d.h. Graugänse haben starke soziale Bindungen und kennen sich persönlich. Sie erkennen sich untereinander am Ruf und an der individuellen Stimme - so ist das ständige Schnattern und Rufen kein Wunder: "Hier bin ich - wo bist Du?"
Die Graugans ist ein Zugvogel und noch bis vor wenigen Jahrzehnten überwinterten nahezu alle Graugänse in Spanien, Tunesien oder Algerien. Inzwischen ziehen viele Graugänse nicht mehr allzu weit und überwintern in der Nähe ihrer Brutgebiete. Als Gründe hierfür werden die intensivierte Landwirtschaft, die durch abgeerntete und neu eingesäte Felder einen gedeckten Tisch bieten, der geringere Jagddruck als in Südeuropa sowie womöglich der Klimawandel angeführt.
Offensichtlich hat sich der Amperstausee als Überwinterungsgebiet bewährt - denn die großen Gänseschwärme dort kenne ich seit Anfang der 90er Jahre.
Und zuletzt für die Seele noch ein Sonnenfoto: Die Samenstände des Schilfrohr (Phragmites australis).

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