Alb-Leisa

Das schwäbische Nationalgericht Leisa & Spätzla - also Saure Linsen mit Spätzle - war früher ein Arme-Leute-Essen. Lange Zeit waren die billigen Linsen - neben Bohnen und Erbsen - eine überlebenswichtige Eiweißquelle für weite Teile der Bevölkerung, denn teures, tierisches Eiweiß konnten sich viele, wenn überhaupt, nur an Feiertagen leisten.

Die Schwäbische Alb bietet mit ihren steinigen und wasserdurchlässigen Böden auf Jurakalkgestein ideale Anbau-Bedingungen für Linsen. Aber der Linsenanbau ist ein mühsames Geschäft und so wurde Ende der 50er Jahre der Anbau dieser Hülsenfrucht mehr und mehr unrentabel. Die Linsen für Leisa & Spätzla kommen nun aus Kanada, der Türkei und Indien.
Vor über 25 Jahren gab es ersten Initiativen, die Linse wieder auf der Alb heimisch werden zu lassen. Aber mit dem Linsenanbau waren auch die alten, regionalen Sorten verschwunden. So wurde zunächst die französischen Le Puy-Linse auf der Alb angebaut und zeitgleich begann eine aufwändige Suche, quer durch alte Getreidespeicher über Saatguthändler bis hin zu Samenbanken und es sah nicht gut aus. Erst duch einen Zufall wurden 2006 die Sorten 'Späth I' und 'Späth II' - benannt nach ihrem Züchter - in der Gendatenbank des Wawilow-Instituts in St. Petersburg entdeckt. Nun konnten die alten, ursprünglichen Sorten wieder in ihre Heimat rückgeführt werden.

2001 wurde die Öko-Erzeugergemeinschaft Alb-Leisa gegründet, die zentral die Trocknung, Reinigung, Abpackung und Vermarktung in Lauterach durchführt. Auf deren Homepage gibt es noch reichlich mehr Information zur Alblinse sowie einen Shop für diejenigen, die nicht in der Nähe einer Verkaufsstelle wohnen. Wir bevorzugen den Direkt-Import, wenn wir auf der Alb mal wieder beim Wanderreiten sind.

Leisa & Spätzla

Saure Linsen
250 g Alb-Linsen
- kleine, marmorierte Linsen -
1 Stange Lauch
1-2 Karotten
2 Petersilienwurzeln
1 Lorbeerblatt
1 Zwiebel
1 EL Butter
1 EL Mehl
1/8 l Rotwein
1-2 EL Rotweinessig
Salz & Pfeffer

dazu
handgeschabte Späzle
- da müsst Ihr mit Herrn Krautgärtner reden, dass er Euch verrät, wie die g'macht werden -
Saitewürscht
- oder Wiener Würstl, wie die hier bei uns heißen -
 Die Linsen 2 Std. in reichlich Wasser einweichen, inzwischen Lauch, Karotten, Petersilienwurzel puzten, schälen und in Würfel schneiden. Die Linsen abgießen und mit einem 3/4 l frischen Wasser aufkochen. Das Gemüse zu den Linsen geben, Suppengrün-Paste, Lorbeerblatt und Speck dazu geben. Alles bei schwacher Hitze ca. 30 Min. köcheln, bis die Linsen weich sind.

Zwiebeln schälen und würfeln. Die Butter in einem neuen Topf schmelzen, die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten, mit Mehl bestäuben und weiter anschwitzen. Nach und nach mit dem Rotwein und dann mit dem Essig löschen.

Die Linsen mit dem Kochwasser zugeben. Alles nochmal knapp 10 Min. köcheln und mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken.

Mit den handgeschabten Spätzle und Saitewürscht servieren.
Für 4 Personen, die Hunger haben ;-)

Kommentare