Samstag, 31. Dezember 2016

Rauhnächte, Räuchern und Ruhepause

Die Tage zwischen den Jahren empfinde ich immer als langsamer, tiefer, irgendwie anders – so als würden sie aus der Zeit fallen. Und so ganz falsch ist das auch gar nicht. Denn diese 12 Nächte  vom 25. Dezember bis 6. Januar sind genau der fehlende Zeitraum zwischen dem Mondjahr - 12 x 28 Tage - und dem Sonnenjahr mit seinen 365 Tagen.
Das sind die Rauhnächte, die "toten" Tage, in denen das Tor zur Anderswelt offen ist. Deshalb sind die Rauhnächte seit altersher die Zeit der Vorhersagen, der Geisterbeschörung oder deren Austreibung. Räuchern war und ist dafür schon immer ein probates Mittel.

Auch wir räuchern in dieser Zeit gerne - weniger um de Geister zu beschwören. Aber es entspannt und duftet fein. Der Kaminofen prasselt sowieso. So holen wir ein Stückchen Glut heraus, setzen sie auf etwas Sand und dann kommen Kräuter auf die Glut.
Schon bald kräuselt sich der Rauch fein durch unser Zimmer, unser Häuschen, unser Leben. Und bisschen "wünschen" und "loslassen" kann sicher nicht schaden. Loslassen ist meiner Meinung nach sowie das große Geheimnis des Lebens. Für mich ist es an der Zeit, diesen Blog etwas loszulassen - deshalb wird es hier erstmal ein längere oder kürzere Blogpause geben, evt. machen wir sogar eine Ackerpause. Denn ihr wisst ja:

Wenn du etwas liebst, lass es frei.  
Konfuzius

Wir werden sehen, was passiert.

Wir wünschen Euch einen guten Rutsch und ein gesegnetes 2017
mit wunder-vollen, merk-würdigen Begegnungen.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Dolce Natale

Na - seid ihr schon alle im Weihnachts-Wahn? Ich hab mir dieses Jahr VOR Weihnachten Urlaub gegönnt. Und ich muss sagen, dass ist eine feine Idee. Deshalb geht es bei uns derzeit recht entspannt zu. Zu größeren Weihnachts-Bäckerei-Orgien hab ich mich trotzdem nicht hinreißen lassen. ;-)


Weniger ist für mich dieses Jahr mehr. Deshalb wurden hier auch erstmal eher unweihnachtliche Dinge erledigt, wie den Garten winterfest machen. Aber auch Weihnachtsgeschenke wurden gebastelt, die Essensplanung für die Feiertage steht und ist zum Großteil auch schon eingekauft. Den richtigen Christbaum haben wir allerdings noch nicht gefunden.

Und wie schaut's bei Euch aus? Für den Fall, dass Euch ausgerechnet noch ein Dessert fehlt, hab ich hier einen leckeren Tipp für Euch. Fix gemacht und trotzdem "weihnachts-würdig"

Dolce al Mascarpone
Süßes aus Mascarpone
Für den Boden 
200 g Löffelbiskuit 
1 EL Zucker 
40 g Butter

Für die Füllung 
60 g Butter 
100 g Zucker 
2 Eigelb 
150 g Sahne 
500 g Mascarpone 
2 1/2 EL Zitronensaft 
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 EL gehackte Pistazien 

Zum Dekorieren
 Beeren, gefroren oder frisch
- hier Brombeeren aber gerne auch Himbeeren, Blaubeeren... - 

Für den Boden die Löffelbiskuits zerbröseln und mit dem Zucker und der geschmolzenen Butter verrühren. Eine Springform - 22 cm Durchmesser - damit auskleiden. Die Form kühl stellen. 

Für den Belag Butter mit Zucker schaumig rühren. Eigelbe und Sahne unterrühren, dann mit dem Mascarpone, Zitronensaft und Zitronenschale vermischen. 

Die Creme auf den Kuchenboden streichen, 2-3 Std. ins Gefriergerät stellen und fest werden lassen. Vor dem Servieren mit den gehackten Pistazien und den angetauten Beeren garnieren.
Wir wünschen Euch von Herzen
wunderbare, gesegnete, frohe Weihnachten!

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Schweinsbraten - das Original

Für mich gibt es kaum etwas, was mehr nach zu Hause riecht als Bratenduft, oder um es zu präzisieren - Schweinsbraten-Duft. Vermutlich wurde ich schon als Kleinkind darauf geprägt, wenn ich es nicht gar schon mit der Muttermilch aufgesogen habe. Schweinsbraten-Duft aus dem Backrohr ist das Versprechen für Geborgenheit, Heimat und... KRUSTERL!

Das Krusterl ist die Schweineschwarte, die auf dem Braten kross und plusterig brät. Das begehrteste Stück am ganzen Braten, bei dem jeder am Tisch wia a Haftlmacher aufpasste, dass es auch ja gerecht verteilt wurde. Nicht, dass ich meinem Schwesterherz ihr Stück nicht gönnte, aber ... ;-)
Natürlich brate ich einen Schweinsbraten auch heute noch so, wie ich es daheim gelernt hab. Leider kann ich dabei nicht mit irgendwelchen geheimnisvollen Tipps und Tricks aufwarten. Denn es ist ein absolut schlichtes, gelingsicheres Rezept - bodenständig und schnörkellos, so wie Regional-Küche nunmal meist ist. Aber wahrscheinlich liegt genau darin das Geheimnis:

  Schweinsbraten

1,2 kg Schweinebraten
- a.d. Schlegel oder Schulter; aber auf alle Fälle mit Schwarte -
Salz & Pfeffer 
Kümmel
2-4 Gewürz-Nelken
Suppengrün 
1-2 Scheiben altbackenes Brot 

Sofern das nicht schon der Metzger gemacht hat, die Schwarte mit einem scharfen Messer rautenförmig einschneiden. Fleisch kräftig salzen, pfeffern und mit Kümmel würzen, die Nelken in die Schwarte stecken. Den Braten in die Saftpfanne oder eine Reine setzen. Im vorgeheizten Backofen bei hoher Hitze - ca. 220°C - 1/2 Std. anbraten. 
Dann auf mittlere Hitze - so 180°C - herunterdrehen. Suppengrün in grobe Stücke geschnitten zugeben. Weitere 1 1/2 Std. braten. 

In der letzten 1/2 Std. mehrmals mit Wasser aufgießen und das Brot zugeben. Dann den Braten herausnehmen, mit Alufolie abdecken und ca. 10 Min. ruhen lassen.
In der Zwischenzeit die Sauce abgießen, nochmal kurz aufkochen, nachwürzen und ggf. entfetten.
Bei uns wir die Sauce klassischerweise nicht angedickt. ;-)

Das Fleisch in Scheiben schneiden, evtl. die Krustenschwarte vorab herunterschneiden; das Krusterl gerecht verteilen und das Fleisch mit Sauce und Kartoffelknödel servieren. Letztere sind nicht fakultativ, die sind obligat! *zwinker*
Für 4 Portionen

Kleiner als 1 kg sollte der Braten grundsätzlich nicht sein, sonst wird das Fleisch gerne trocken. Trotzdem rentiert es sich auch für zwei Personen, diese Menge zuzubereiten, denn auch kalt mit einer schönen Sauce Tartare schmeckt so ein Schweinsbraten wunderbar.

Montag, 12. Dezember 2016

Warum erfriert das Efeu im Winter nicht?

Das Foto des Monats

Auch wenn die Laubbäume schon längst Ihre Blätter verloren haben, taucht das Efeu (Hedera helix) den Wald wie hier an der Amper in Fürstenfeldbruck in ein saftiges dunkelgrün.

Lange ist es her. In meinem Studium habe ich nach einem Thema für die Diplomarbeit gesucht, dass auch mich tatsächlich interessiert. Unser damaliger Botanik-Professor Walter Eschrich brachte mich auf die Idee, doch mal zu erforschen, warum Laubgehölze, die ihre Blätter auch im Winter nicht abwerfen, eigentlich nicht erfrieren. Gesagt, getan: Ich habe mir einiges ausgedacht, um der Lösung näher zu kommen.
https://books.google.de/books?id=UrWoBgAAQBAJ&pg=PA377&lpg=PA377&dq=frostresistenz+efeu+soppa&source=bl&ots=k6rBXK9iz5&sig=d07l8-gLo3WTTve-RlJtEacJcJw&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjzs-Sz-OvQAhXCCBoKHT_VDLgQ6AEIKTAC#v=onepage&q=frostresistenz%20efeu%20soppa&f=false

Ich habe sogar eine Vorrichtung entwickelt, mit der man messen konnte, bis zu welcher Temperatur die Pflanze überhaupt noch Photosynthese betreiben kann. Aber soviel vorab: Ich habe es damals nicht herausgefunden, warum die Blätter nicht erfrieren; und ganz genau weiß man es immer noch nicht.
Was passiert da? Jeder, der schon mal Früchte oder sonstige Pflanzenteile eingefroren und aufgetaut hat, weiß, dass die danach matschig sind. Das Wasser in  den Pflanzenzellen gefriert, dehnt sich aus und bringt die Zellen zum Platzen. Eigentlich der sichere Tod für jede Pflanze. Wie funktioniert es nun, dass Efeu und andere wintergrüne Pflanzen die Fröste im Winter überleben?
Pflanzen können bei Kälte Stärke in Zucker umwandeln. Das passiert z.B. auch, wenn Kartoffeln bei Minustemperaturen gelagert werden - sie bekommen einen süßlichen Geschmack. Mit dem gelösten Zucker sinkt auch der Gefrierpunkt des Wassers. Das hilft aber nur bis - 3°. Danach müssen andere Mechanismen greifen, um den Tod der Pflanze zu verhindern.
Es wird vermutet, dass im Herbst in der Abhärtungsphase den Zellen viel Wasser entzogen wird. Der Stoffwechsel ist dann eh stark reduziert. Zudem sollen bestimmte Proteinverbindungen das Wachstum der Eiskristalle einschränken und so das Platzen der Zellen verhindern.
So oder so - faszinierend würde Spock sagen.

Auch sonst etwas anders
Das Efeu ist auch in anderer Beziehung anders als andere Laubgehölze. Es hat keinen tragenden Stamm. Wenn es nach oben will, muss es also irgendwoanders emporklettern - wie man am Foto des Monats eindrucksvoll sehen kann. Auffällig sind auch die extremen Unterschiede bei den Blättern.
Erst nach 20 Lebensjahren bildet sich beim Efeu die sog. Altersform der Blätter - hier im Bild die lanzettförmigen Blätter rechts unten. Und erst dann blüht er das erste Mal.

Auch der Blührhythmus unterscheidet sich stark von den meisten anderen Pflanzen. Viel später als üblich - von Ende August bis in den November hinein blüht der Efeu. Optisch ganz unscheinbar - aber wenn man aufmerksam vorbeigeht, kann man es riechen und hören. Es duftet sehr intensiv und die Bienen sowie andere Insekten freuen sich über die letzte Mahlzeit des Jahres. Es brummt nur so. Aber dann kehrt Ruhe ein - bis dass er im Frühjahr schon weit vor den meisten anderen Pflanzen mit den überwinterten Blättern schon wieder Photosynthese betreiben kann.

Freitag, 9. Dezember 2016

Pfannengerührt

Der Duft von gebrannten Mandeln weckt in mir Kindheitserinnerungen - an Volksfest und Christkindlmarkt. Das man die Selbermachen kann, auf die Idee hat mich erst eine Kollegin gebracht.

Von ihr habe ich dieses Rezept und sie schwört Stein und Bein, dass es idiotensicher ist. Nun - ich kann nun mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich definitiv kein Idiot bin. Denn ich hab das Rezept zweimal mit Glanz und Gloria versemmelt. :-(

Deshalb musste der Herr Krautgärtner ran. Und siehe da - wunderbarer Duft durchzieht unser Häuschen. Und meist hält sich der Duft länger als die Mandeln selbst *schwupps-und-weg*
Hier noch das Rezept - dann könnt Ihr den Idioten-Test selber machen *grins*:

Das Rezept des Monats
Gebrannte Mandeln

200 g Zucker
1 EL Vanillezucker
100 ml Wasser
200 g Mandeln
- ganz und ungeschält -
Zimt 
Zimt, Zucker, Vanillezucker und Wasser in einer Pfanne zum Kochen bringen. Mandeln zugeben und unter Rühren weiterkochen, bis der Zucker trocken wird.

Wenn das Wasser weg ist, die Temperatur herunterdrehen oder die Pfanne von der Platte nehmen. Weiterrühren, bis der Zucker wieder leicht zu schmelzen beginnt und die Mandeln glänzen.

Backfolie oder Alufolie ausbreiten, die Mandeln darauf geben, zerteilen und abkühlen lassen.
Aber nicht zu sehr, denn warm schmecken sie am besten. :-)
 Blog-Event CXXVI - Aus der Pfanne
Und weil es grad so gut passt, mach ich mit diesem Rezept beim Blog-Event CXXVI "Aus der Pfanne" auf Zora's Blog Kochtopf mit, ausgerichtet von Rebecca von Pfanntastisch!.